„Verrückt? Na und!“ - 2K 15 B setzt sich mit seelischer Erkrankung auseinander

Statistiken zeigen, dass psychische Krankheiten exorbitant zugenommen haben (vgl. Infotext unten). Der Verein „Irrsinnig Menschlich e. V.“ bietet im Rahmen des Projektes „Verrückt? Na und!“ einen Projekttag für Schulklassen an, den Klassenlehrerin Margit Heft und Deutschlehrerin Melanie Hüßhoff gemeinsam mit den Schülern der 2K15B nutzten, um sich mit der Thematik intensiv auseinander zusetzen.

Geleitet und moderiert wurde die Veranstaltung von Susanne Zapke-Keller, die seit mehr als 20 Jahren für den gemeinnützigen Verein tätig ist und eine Einrichtung des Betreuten Wohnens leitet. Damit den Schülern besonders deutlich gemacht werden konnte, wie es zu psychischen Erkrankungen kommen kann, welche Konsequenzen sich in Einzelschicksalen ergeben, aber auch wie man sie positiv bewältigen kann, wurde Susanne Zapke-Keller von einer der Bewohnerinnen begleitet, die den Schülern ihre persönliche Lebenserfahrungen schilderte.

Zunächst näherten sich die Schüler der Thematik „Gesundheit sowie Merkmale und Formen psychischer Erkrankungen“ in einer Frage-Gesprächsrunde mit der Projektleiterin. Hier wurde an Lebenserfahrungen der Schüler angeknüpft und jeder einzelne ermuntert, sich mit seinen Erfahrungen, Fragen und Vorstellungen zum Thema „Psychische Erkrankungen – Ursachen und Wege der Prävention sowie Gesundung“ einzubringen. Anschließend arbeiteten die Schüler in Gruppen zu verschiedenen Themen wie z. B. „Was macht Lehrer und Schüler krank? oder „Was tun, wenn man merkt, dass jemand im Lebensumfeld eine psychische Problematik hat?“ In der abschließenden Gesprächsrunde erfuhren die Schüler aus erster Hand, wie die anwesende Bewohnerin der Einrichtung für Betreutes Wohnen psychisch krank geworden ist, wo und wie sie Hilfen aus der Krise findet bzw. gefunden hat.

„Ziel unserer Arbeit ist es, Raum und Bewusstsein für eine frühe Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit zu entwickeln: Ängste und Vorurteile abzubauen, Offenheit, Wissen und Zuversicht für Lösungswege in Krisen zu vermitteln und Wohlbefinden zu fördern. Das ist bedeutsam, weil seelische Erkrankungen häufig sind. Die meisten beginnen vor dem 20. Lebensjahr, d. h. in einer Phase, die für eine gute gesundheitliche Entwicklung, Sozialisation und Lebensqualität entscheidend ist“, so Susanne Zapke-Keller.

Die 2K-Schüler haben sehr engagiert und interessiert mitgearbeitet. „Der heutige Tag hat uns alle näher gebracht“, sagt Kadir Celik. „Jeder Mensch erlebt Höhen und Tiefen“, ergänzt Mitschüler Volkan Türkmen verständnisvoll. „Mal ein ganz wichtiger Tag. Ich bin sensibler für das Thema geworden und dankbar für das viele Gute in meinem Leben. Es gibt Menschen, die haben so viel weniger Gutes erleben dürfen. Und das macht krank,“ resümiert Margit Heft

Info

Statistiken und Studien zu Psychische Erkrankungen

Der Bereich der psychischen Erkrankungen hat in den letzten zehn Jahren für die Arbeitswelt erheblich an Bedeutung gewonnen. Anders als in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts, in der Beschäftigungslose überproportional von psychischen Diagnosen betroffen waren, sind es in den letzten fünf Jahren die Berufstätigen, bei denen psychisch bedingte Fehlzeiten auffällig zunehmen. Die Gesundheitsberichterstattung der Krankenkassen zeigt, dass Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen vor allem seit dem Jahr 2006 kontinuierlich ansteigen: innerhalb der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) hat die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2000 und 2011 um gut 50 Prozent und die der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) um rund 56 Prozent zugenommen. Unter BKK-Pflichtmitgliedern haben sich die AU-Tage zwischen 1976 und 2011 verfünffacht und waren 2011 für rund 14,1 Prozent aller AU-Tage verantwortlich. (vgl. de.statista.com/ Das Statistikportal)

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