Wirtschaftsgymnasiasten präsentieren Ergebnisse ihrer Einzelhandelsstudie

Schülerinnen und Schüler der Q1 des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft am Berufskolleg Bottrop haben sich im Laufe der letzten Monate mit der Fragestellung beschäftigt, ob in Kirchhellen eine Nachfrage nach Lieferdiensten für Lebensmittel und Hygieneartikel vorhanden ist und ob der stationäre Einzelhandel dadurch eventuell zusätzliche Umsätze erwirtschaften könnte.

Dazu führten die Schüler in Kirchhellen und Umgebung eine Umfrage unter Kunden im Lebensmitteleinzelhandel und auf dem Wochenmarkt durch. Für die Durchführung der Umfrage waren sie von der Studienstiftung Grasedieck mit Tablets der neuesten Generation ausgestattet worden. Dr. Dieter Grasedieck, Schirmherr des Projektes, erwartete nun gespannt die Ergebnisse, die am Mittwoch im Berufskolleg präsentiert wurden.

Ein Fazit: etwa ein Drittel der Befragten haben Interesse an einem Lieferservice. Dabei wäre ein Großteil der potentiellen Kunden sogar bereit  Lieferkosten von vier bis sechs Euro zu zahlen. Eine eher geringe Akzeptanz eines solchen Angebotes stellten die Schüler bei Kunden unter 30 und über 70 Jahren fest. Sie führen das auf die Tatsache zurück, dass die eine Altersgruppe mobil ist und zeitlich flexibel einkauft und die zweite Altersgruppe nur einen geringen Bezug zum Internet hat, über das eine Bestellung platziert werden könnte.

Die ebenfalls anwesenden Kirchhellener Lebensmittelhändler Kathrin Gödecke-Neis (Stellvertretende Leiterin des Rewe-Marktes Kirchhellen) und Landwirt Johannes Miermann verfolgten die Präsentation mit Interesse und konnten die Ergebnisse mit Erfahrungen aus der Praxis ergänzen. So sehen beide die Lieferkosten als den kritischen Punkt eines solchen Geschäftsmodells. Kathrin Gödecke-Neis erläutert: „Auch bei einer Kostenerstattung von bis zu sechs Euro durch den Käufer könnte ein Versand nicht kostendeckend realisiert werden, da neben den reinen Lieferkosten auch das Konfektionieren der Waren durch zusätzliches Personal berücksichtigt werden muss.“ „Nur über eine flächendeckende Belieferung, wie es bereits in England und den USA funktioniert, könnte das Vorhaben realisiert werden“ so Johannes Miermann. Alle Beteiligten waren sich einig, dass zunächst ein Umdenken bei den potentiellen Kunden stattfinden muss, der Online-Handel mit Lebensmitteln in Zukunft aber eine große Rolle spielen wird.

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