„Stoppschild, Fuß runter!“

 

Ein Verkehrssicherheitstraining auf dem Fahrrad gehört eigentlich nicht zu den Lerninhalten eines Berufskollegs, eine Radfahrprüfung legen normalerweise Grundschulkids ab. Für viele Schüler der nunmehr insgesamt 4 internationalen Förderklassen ist der deutsche Verkehrsschilderwald jedoch eine große Herausforderung, manche von ihnen sind sogar noch nie Fahrrad gefahren.

So kam Mario Papierok, selbst überzeugter Radfahrer und seit Mai Sozialpädagoge am BKB, auf den Gedanken, ein Projekt rund um das Thema sicheres Radfahren im Straßenverkehr mit zunächst 12 jungen Flüchtlingen durchzuführen. Mit der Verkehrswacht Bottrop und dem Unternehmen Radsport Bomm holte er professionelle Verstärkung aufs Tandem, einige Lehrer stifteten gebrauchte Räder, die Firma Abus spendete 12 Fahrradschlösser sowie 18 Helme und mit der finanziellen Unterstützung des Förderverein des Jugendhilfe Bottrop e.V. konnten Schläuche und diverse Ersatzteile beschafft werden.

Im ersten Schritt des Projektes wurden die Räder inspiziert und repariert. Zweiradmechanikermeister Björn Finke stand den Jugendlichen in der Werkstatt des Berufskollegs unterstützend zur Seite. Die Räder werden in einem Verleihsystem zur Verfügung  gestellt, bis eigene Fahrräder vorhanden sind.

Die nächsten Schritte übernahm Reinhard Lücke von der Verkehrswacht, der zunächst die wichtigsten Verkehrsschilder, Vorfahrtsregeln und Linksabbiegervorschriften erläuterte, ehe er die 16- bis 18-jährigen Jungs aus Syrien, Afghanistan und anderen Krisengebieten auf quietschgelben Kinderfahrrädern durch den Parcours der Astrid-Lindgren-Grundschule mit lautstarken Kommandos wie „Vorfahrt achten!“ oder „Stoppschild, Fuß runter!“ führte. Abschließend die Feuerprobe: eine gemeinsame Tour erstmalig im Straßenverkehr.

„Viele der Schüler bekommen kein Schoko-Ticket, weil sie weniger als fünf Kilometer entfernt wohnen. Wir möchten den Schülern eine erhöhte, sichere Mobilität ermöglichen – für den Schulweg genauso wie für die Freizeit. Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang und die rudimentäre Pflege der Räder“, so Mario Papierok, der sich auch über weitere Fahrradspenden freuen würde. Denn: „Selbstverständlich soll das Projekt fortgesetzt werden, so dass möglichst alle Schüler der Flüchtlingsklassen davon profitieren.“

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