Eine heiße Veranstaltung – Lehrkräfte besuchen die ThyssenKrupp Steel Europe AG

Unternehmensbesichtigungen sind fester Bestandteil des Fortbildungsprogramms für Lehrer des Berufskollegs und werden regelmäßig vom Unterrichtsentwicklungsteam organisiert, damit Inhalte in Theorie und Praxis in der Ausbildung möglichst eng miteinander verwoben, neue Entwicklungen kennen gelernt oder auch der Austausch mit Ausbildungsbetrieben gepflegt werden. Udo Wegmann, Deutsch- und Wirtschaftslehrer, Beratungslehrer im Wirtschaftsgymnasium und als Radioexperte Mitglied des Teams Öffentlichkeitsarbeit zeigte sich beeindruckt von einem Tag beim Stahlriesen ThyssenKrupp. Hier sein Bericht:

18 Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs der Stadt Bottrop erhielten beim weltweit führenden Anbieter von Flachstahl einen Einblick in den Produktionsprozess und zuvor noch eine nicht gebuchte Rundfahrt durch den Großraum Duisburg. Pünktlich, vollzählig, den Sicherheitsbestimmungen des Unternehmens entsprechend gekleidet betrat die Gruppe den angemieteten Bus, um von einer freundlich und souverän auftretenden Busfahrerin an den Besichtigungsort gefahren zu werden. Dieser Versuch scheiterte leider zunächst aufgrund einer falschen Zieleingabe in das Navigationsgerät, so dass die in den Duisburger Norden geplante Reise zunächst im Süden endete und den „Nicht-Ruhris“ letztlich einen echten Einblick in das Ruhrgebiet verschaffte.

Am korrekten Zielort angekommen, erwartete die Besucher dann ein Leben in anderen Dimensionen. Ein Betriebsgelände von mehr als 9 km2, Rohstofflager am Hafenbecken von mehr als 140 m Länge und mehreren Metern Höhe sowie der Verweis auf Krananlagen, die ohne Mühe 345 t heben, verursachte bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck.

Kochen in anderen Dimensionen: 50 Tonnen leichter Schrott – entspricht den Überresten von mehr als 50 PKW-Karossen nach ihrer Ausschlachtung – 60 Tonnen schwerer Schrott und mehr als 200 Tonnen Roheisen, das sind Zutaten, die in Gefäße gefüllt werden, die an Asterix und Obelix und an die Herstellung des berühmten Zaubertranks erinnern. Bei 1.200 Grad entstehen hier Stahlbrammen, die eine Länge von mehreren Metern und ein Gewicht von mehreren Tonnen haben. Begeistert konnten die schwitzenden Besucher in einer Atmosphäre, die an einen Saunabesuch erinnerte, erleben, wie bei bescheidenen 700 Grad der Walzprozess letztlich dazu führte, dass aus den Stahlbrammen u.a. Vorprodukte für 1 mm dicke Getränkedosen entstehen, die wir später in den Supermärkten kaufen können. Fasziniert zeigten sich die Besucher auch über die Wassermassen, die zur Kühlung der Walzprodukte benötigt werden. Interessant war in diesem Zusammenhang zu erfahren, dass ein geschlossener Wasserkreislauf existiert, der dafür sorgt, dass das nicht verdampfte Wasser gereinigt und anschließend erneut zur Kühlung eingesetzt wird. Aufgefüllt wird der Wasserbedarf durch Entnahmen aus den Rheinauen. Angesprochen auf die Energieversorgung teilten die beiden von den Besuchern als überaus kompetent eingestuften Veranstaltungsleiter mit, dass die Energiegewinnung autark im laufenden Produktionsprozess insbesondere über die Abwärme erfolge. Die anfallende Abwärme erreiche letztlich eine Größenordnung, die es erlaubt habe eine Fernwärmeleitung durch den Rhein zu verlegen, um Haushalte auf der anderen Rheinseite zu beheizen.

Am Ende der Veranstaltung erhielten die Lehrkräfte dann noch – eben schultypisch – Karteikarten, auf denen sie ihre Eindrücke zu dieser Veranstaltung fixieren sollten, damit der hier vorliegende Artikel überhaupt entstehen konnte. „Gigantisch, sehr heiß, imposant, spannend“, so das Fazit der Teilnehmer. Nachfolgenden Besuchergruppen sei ein vergleichbarer Eindruck gegönnt, sofern dieser Unternehmensstandort dauerhaft erhalten bleibt.

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