Azubis unterstützen internationale Förderschüler auf dem Weg ins Berufsleben

Welche Berufe gibt es? – Welche schulischen Abschlüsse muss ich erreichen, um mein Ziel erreichen zu können? – Wie schreibe ich Bewerbungen? – Wie sind Vorstellungsgespräche strukturiert? – Welche Perspektiven habe ich in der Zukunft? - Bei der Beantwortung all dieser Fragen wollen die Oberstufenschüler der Ausbildungsklassen Kaufleute für Büromanagement am Berufskolleg tatkräftige Unterstützung leisten. Zu diesem Zweck riefen sie das Projekt „Wir blicken in die berufliche Zukunft mit einer internationalen Förderklasse“ ins Leben. 

„Die Projektidee kam von den Azubis selbst“, berichtet Bildungsgangleiterin Sandra Köster. „Sie wollten ein Projekt durchführen, das einen konkreten praktischen Nutzen hat. Die regelmäßigen Begegnungen auf dem Pausenhof führten zu dem Wunsch die Schüler, die ihre Heimat verlassen mussten und nun hier Fuß fassen möchten, im Hinblick auf ihren möglichen beruflichen Werdegang zu unterstützen. 

Bei einem ersten Zusammentreffen wurden persönliche Interessen der Schüler zweier der fünf internationalen Förderklassen am Berufskolleg ermittelt. „Die Befragung ergab, dass im Freizeitbereich sportliche Aktivitäten hoch im Kurs stehen. Im Hinblick auf die berufliche Entwicklung sind die Vorstellungen hingegen eher vage“, so Köster. „Unsere zukünftigen Kaufleute für Büromanagement haben sich zum Ziel gesetzt mindestens 20% der betreuten Jugendlichen der Förderklassen einen Praktikumsplatz oder eine Hospitantenstelle zu vermitteln.“ Um die Schüler adäquat vorzubereiten, wurde zunächst das Bildungssystem in NRW erklärt. In einem weiteren Schritt konnten dann mögliche Berufsbereiche ermittelt werden, so dass schließlich erste Bewerbungsunterlagen angefertigt werden konnten. 

Ein erster Erfolg

Ein großes Hindernis sind die fehlenden sozialen Kontakte. Eine Ausnahme bildet hier Ali aus Afghanistan, der als einer der wenigen Schüler der internationalen Förderklassen in einer Pflegefamilie lebt. „Ich habe einen geregelten Tagesablauf in einer deutschen Familie und fühle mich dort sehr wohl. Für mich ist es so, als hätte ich nun acht Geschwister. Hier in Deutschland habe ich nämlich drei Schwestern dazu gewonnen. Meine berufliche Zukunft kann ich mir als Maler und Lackierer vorstellen“. Ali präsentiert den ersten Erfolg des Projekts: im Januar wird er als Praktikant eine Woche im Movie Park Germany verbringen und die dort angestellten Maler und Lackierer bei ihrer Arbeit begleiten. 

„Leider ist Ali ein Ausnahmefall. Die meisten betreuten Jugendlichen sind in Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Ihnen fehlen soziale Beziehungen, die Berührungspunkte mit der Arbeitswelt ermöglichen könnten. Umso wichtiger ist es daher, gerade auch diesen Schülern eine Perspektive zu schaffen. Toll, dass sich die Auszubildenden so engagiert dafür einsetzen“, so Elke Güdel, die als Bereichsleiterin Ausbildungsqualifikation auch für die Schüler der internationalen Förderklassen zuständig ist.

Betriebe gesucht

Sehen Sie sich in der Lage, jungen Menschen einen Einblick in die Berufswelt zu gewähren?

Können die Jugendlichen auf Ihre Unterstützung bei der Durchführung des Projekts zählen?

Melden Sie sich bei Interesse bitte unter s.koester@berufskolleg-bottrop.de Stichwort: IF16B, Ansprechpartnerin ist Sandra Köster.

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