Heiße Diskussionen und rauchende Köpfe in Europaplanspielen am BKB

Gleich zweimal hat die CIVIC GmbH vertreten durch die erfahrenen Trainer Georg Schwedt und Sebastian Gratz mit Unterstützung der Praktikantin Lisa Alsentzer im vergangenen Jahr am Berufskolleg Bottrop Europaplanspiele mit Schülern des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft und Informationstechnik durchgeführt und dabei die Köpfe der Schüler zum Rauchen gebracht. Astrid Hildenbrand, Leiterin des Europateams am Berufskolleg, fasst im Folgenden beide Veranstaltungen zusammen.

Den Schülern wurde inhaltlich eine Menge abverlangt, da sie in verschiedene Rollen von EU-Politikern unterschiedlicher politischer Ansichten oder von Vertretern verschiedener Mitgliedstaaten schlüpfen mussten, um so die komplexen Entscheidungsprozesse der Europäischen Union simulieren zu können.

So beschäftigten sich zunächst 30 Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 anlässlich des Europatages im Mai mit dem Thema  „Rente mit 60 in Schweden oder Mobil in Europa – wie ist das möglich?“ Für die außerordentlich intensive und kritische Auseinandersetzung mit der schwierigen Frage einer sozialen Absicherung aller Arbeitnehmer in Europa erntete die Gruppe große Anerkennung von Georg Schwedt, der eine so heiße Diskussion um das Thema selten erlebt hat.

Kaum am Berufskolleg angekommen und eingelebt thematisierten 25 Schüler der Jahrgangsstufe 11 Ende November die Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU im Planspiel „Destination Europe“.

In beiden Planspielen tagten die Schüler in der EU-Kommission oder dem Rat und kamen zur Abstimmung im Parlament zusammen. Sie agierten als Politiker, vertraten in ihren Rollen ihr Land und nutzten sogar die Pausengespräche, um vielleicht doch noch den einen oder anderen „Kollegen“ für die Abstimmung zugunsten ihres Gesetzesentwurfes zu überzeugen.

Die jeweiligen Mediengruppen luden zur Pressekonferenz oder veröffentlichten das EU-BLATT, in dem Entscheidungen vorgestellt und Wahlen kommentiert wurden. In den Feedbackrunden brachten die Schüler am Ende eines langen Schultages zum Ausdruck, dass sie zwar vom langen politischen Schultag erschöpft waren, aber auch viel gelernt hatten.

In ihren Rollen verhaftet und  mit den selbstgewählten Rollen-Namen am Revers kommentierten die Schüler im Anschluss ihre Erfahrungen im Parlament. Prof. Dr. Thomas von Bremen als Kommissionspräsident: „Politik auf EU-Ebene braucht Zeit, ist aber demokratisch abgesichert, weil die europäischen Organe sich gegenseitig kontrollieren.“

Viktor Orbanowitsch (Vorsitzender des Europäischen Rates): „Man muss die gegnerischen Positionen auch würdigen und nach Kompromissen suchen.“

In der Rolle der Vorsitzenden vom Europäischen Parlament wies Fee Löfgren aus Schweden noch auf eine andere besondere Facette hin: „Hier bei uns im Planspiel haben wir alle Deutsch gesprochen. Jeder hat alles direkt verstanden und hätte sofort antworten können. Im echten Parlament darf jedes Land seine eigene Sprache sprechen und es gibt erste Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Französische und Italienische. Das wird dann wieder in die anderen Sprachen der insgesamt 28 Länder übersetzt. Da kann es ja schon mal dauern, bis so eine Antwort kommt.“

Harvey Specter vom EU-BLATT zog folgendes Fazit: „Wir wissen jetzt alle mehr von der EU, haben alles quasi live ausprobiert, z. B. auch am Anfang unserer Parlamentssitzung die EU-Hymne gehört.“

Außer den heißen Diskussionen gab es am Ende der Tage ein Zertifikat, das allen Teilnehmern ihre Kenntnisse und Erfahrungen bescheinigt.

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