Ein bisschen Arbeit, jede Menge Kultur und ganz viel Englisch

Nicht nur Englisch lernen, sondern auch ein Praktikum dort absolvieren, wo alle nur Englisch sprechen – das durften Schüler des Berufskollegs Bottrop erneut in Irland und England erleben. Stipendien des Programms Erasmus+ unterstützten die Finanzierung des Aufenthalts.

Nach vier Wochen Auslandspraktikum in Dublin bzw. London haben 23 Schüler aus den Klassen 1I15 und 1W15 des Beruflichen Gymnasiums viel zu erzählen. Vereinzelt verdrückte Abschiedstränen (für viele war es das erste Mal so lange fern von Zuhause) waren schnell vergessen, denn es galt sich in den Gastfamilien einzuleben oder sich in gemieteten Zimmern selbst zu versorgen.

In Dublin standen nicht nur das Guinness Storehouse oder das Croke Park Stadion auf dem kulturellen Rahmenprogramm, sondern auch Museen oder das „Book of Kells“ im berühmten Trinity College. Besonders aber Landschaft und Natur Irlands begeisterten die BKB-Schüler. Ausflüge an Dublins Küste nach Howth, ins Küstenstädtchen Bray, zur atemberaubenden Steilküste der Cliffs of Moher, in den Phoenix Park sowie den National Botanic Garden in Dublin beeindruckten die Bottroper Schüler.

In London erkundeten drei computeraffine BKB-Schüler das Grün des St. James und des Hyde Parks, pilgerten zum Buckingham Palace, durch Covent Garden, besichtigten das Science Museum und fuhren sogar auf eigene Faust bis nach Cambridge ins Centre of Computing History. „Unvergessen bleiben für uns der Besuch des legendären Wembley Stadions und der Ausblick vom London Eye“, schwärmt Justus Tewes, Schüler des Beruflichen Gymnasiums Informatik.

Vieles war anders und ungewohnt: gigantische Stadt- und U-Bahnpläne, Orientierung im Linksverkehr, Anpassung an flexible Busfahrpläne, sogar Busstreik und natürlich die Verständigung fast nur noch auf Englisch. Fabio Gödeke (1I15) stellte trotzdem nach kurzer Eingewöhnungsphase fest: „Wir finden uns hier mittlerweile sehr gut zurecht. Es fühlt sich fast so an, als würden wir hier leben.“

Lehrerin Sabrina Kohnen, die die 20 Dubliner in der ersten Woche vor Ort betreut hat, wird die Zeit in sehr guter Erinnerung behalten und ist stolz auf die Gruppe: „Es ist eine tolle Erfahrung die Schüler auf diesem außergewöhnlichen Lebensabschnitt begleiten zu dürfen und zu sehen, wie sie Stück für Stück mit den Herausforderungen wachsen.“

Die größte Herausforderung bewältigten die Schüler in den drei Wochen ihres Praktikums in irischen bzw. englischen Betrieben. Die Palette der Praktikumsplätze reichte vom „kleinsten Betrieb der Welt“ bis hin zu Unternehmensberatungen. Martin Kersken (1W15A) fühlte sich schnell integriert: „Die Menschen in Dublin sind viel gelassener als in Deutschland. Lasst euch auf die Mentalität der irischen Bevölkerung ein. Offenheit wird groß geschrieben.“

Dass die BKB-Schüler ihre Sprachkenntnisse, ihr kulturelles Verständnis und ihr Anpassungsvermögen bravourös unter Beweis stellten, zeigt auch das Feedback der Firmen, die gerne noch länger mit den Schülern gearbeitet hätten. „Tina Marcinkowski is fantastic - it's a shame she can't stay with us longer!”, so ihr Ausbilder bei Green Shoes Events in Dublin.

Am Europatag, dem 9. Mai, erhalten die Schüler ihren Europass, der ihre Berufserfahrung im Ausland ganz offiziell zertifiziert.

Weitere Stimmen:

Jörn Möllenkamp (1I15): „Durch ein Praktikum in England steigert man seinen Teamgeist, man wird selbstbewusster und man kann später komplexere und schwere Aufgaben leichter ausüben. Natürlich ist das auch gut für Bewerbungen innerhalb und außerhalb des eigenen Landes.“

Lea Rüdel (1W15B): „Die wichtigste Erfahrung war auf sich alleine gestellt zu sein in einem Land, in dem keiner die Muttersprache spricht, d.h. man war gezwungen ‚drauflos‘ zu reden und wurde somit selbstsicherer.“

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