Berufskollegschüler arbeiten im Schatten der Sagrada Familia

Kreativität scheint ansteckend. Im Schatten der weltberühmten Gaudi-Kirche Sagrada Familia erarbeiteten 10 Schüler des Berufskollegs gemeinsam mit ihren Mitstreitern der Partnerschulen aus dem slowakischen Bratislava und den Gastgebern aus Barcelona Ideen, Konzepte, Planungen zu Unternehmensgründungen aus dem Freizeitbereich. Das 5-tägige „Erasmus+“-Projekttreffen in der katalonischen Hauptstadt war die Fortsetzung des im Herbst am BKB in Bottrop gestarteten Projekts zum Thema „Creative entrepreneurship in the field of leisure activites in a European context.“

„Fairytale World“, „Mosaic Maze“, „Momo’s Up“, „Invima“ und „Brave Maze“ – so heißen die  Schöpfungen der buntgemischten 3-Länderarbeitsgruppen, die in zahlreichen Sitzungen zusätzlich zum regulären Unterricht in Heimarbeit vorbereitet und nun in Barcelona den Mitstreitern präsentiert wurden – selbstverständlich auf Englisch, denn das ist die gemeinsame Projektsprache, die alle drei Länder verbindet. „Gerade diese Präsentationen vor bis zu 70 Schülern und Lehrern der Partnerschulen haben im Vorfeld einige Bauchschmerzen ausgelöst - aber letztendlich hat es super geklappt“, erzählt Regina Grothoff vom Europateam des BKB, die gemeinsam mit den Lehrerkollegen Matthias Siebert und Petra Wendt die Schülerinnen und Schüler aus den Bildungsgängen Höhere Handelsschule und Höhere Berufsfachschule Gesundheit und Soziales nach Spanien begleitete.

Nach den Präsentationen begann die eigentliche Zusammenarbeit. In den internationalen 6er-Gruppen (2 Schüler pro Land) wurden die Ideen mithilfe typischer Tools (Model Canvas, Empathy Map) der Unternehmensgründung fachkompetent ausgearbeitet, kombiniert, ausgereift und feingeschliffen. Der Einfall eines BKB-Teams zu einem Freizeitlabyrinth mit verschiedene Aufgaben und Challenges hat großen Anklang gefunden, denn die Grundidee von „The Maze“ findet sich in mehreren der neu gegründeten Unternehmen wieder. So z.B. auch im „Invima – the invisible maze“, ein Labyrith, das auch Menschen mit Behinderung oder blinde Menschen mit virtueller Unterstützung erleben können und dabei spannende Aufgaben lösen müssen. In der „Fairytale World“, einer Art Fantasiewelt dreier Kulturen, können spanische, slowakische und deutsche Legenden und Kulturen erlebt werden.

Josep Noguera, Schulleiter der spanischen Partnerschule „La Guineueta“ zeigte sich euphorisch: „Ich war wirklich überrascht von den Ergebnissen dieses Treffens. Bei den Abschlusspräsentationen konnte man die großartige Arbeit erkennen, die die Schüler geleistet haben.“ Auch Matthias Siebert schwärmte: „Ich habe Schüler noch nie so intensiv und aktiv beteiligt in Gruppen zusammenarbeiten sehen.“

Zur Freude aller Reisenden gab es auch viel Raum Partnerschule, Partnerschüler und Partnerstadt ausgiebig kennen zu lernen. Bei einer Stadtrallye über den Paseo de Gracia und durch die Altstadt lösten die Schüler Aufgaben, lernten Wissenswertes über Barcelona und belegten ihr Orientierungsvermögen mit Selfies an vorgegebenen, strategischen Knotenpunkten. Bei einer Führung durch das Viertel Raval mit ehemaligen Obdachlosen lernten die Schüler über das Leben der etwa 3000 Menschen, die in Barcelona auf der Straße leben. Auch das gehört zu einer Weltstadt. Gerade die sehr persönlichen Geschichten der Touristenführer waren dabei für die Schüler interessant und traurig zugleich.

„Das Besondere an solchen internationalen Projekttreffen ist eigentlich, wie gut Schüler - und auch Lehrer - verschiedener Länder und Kulturen miteinander arbeiten, Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen stetig wachsen und in nur wenigen Tagen des Miteinanders Freundschaften entstehen“, resümiert Regina Grothoff und wird unterstützt von ihrer Schülerin Oksana Melnik: „Mir fehlen irgendwie die Spanier und die Slowaken. War echt schön die Fahrt. Ich will zurück nach Barcelona.“

Ausblick:

Die neu gegründeten Unternehmen sollen in den internationalen Gruppen weiter ausgearbeitet werden, denn die Gesamtlaufzeit des Projekts, das vom Erasmus+ Programm der Europäischen Union als strategische Schulpartnerschaft gefördert wird, beträgt drei Jahre. Weitere Projekttreffen in Bottrop und in Bratislava mit Schülerbeteiligung stehen dann auf dem Programm.

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