Drei Lehrer des Berufskollegs zum pädagogischen Austausch in China

Im Rahmen der Schulpartnerschaft mit dem Fengtai Vocational Education Centre in Peking reisten drei Lehrer des Berufskollegs für acht Tage in die chinesische Hauptstadt. Während sich die beiden Küchenmeister Andreas End und Joachim Riedel vorwiegend mit den chinesischen Kollegen praktisch wie theoretisch über die jeweilige landestypische Kochkunst austauschten, vermittelte Stefanie Kirschner als Mitglied des BKB-Unterrichtsentwicklungsteams den Gastgebern Kenntnisse über aktuelle Unterrichtsmethodik.

Kirschner referierte zunächst über die Struktur einer typischen Unterrichtsstunde am Berufskolleg (Bereitstellung eines Problems, Analyse, Lösungsvorschläge) und über das kooperative Lernen als generelles Unterrichtsprinzip (Think-Pair-Share, Carousel, Buddy-Book, Jigsaw, Placemat etc.). Anschließend demonstrierte sie einige Methoden in drei Unterrichtseinheiten in den Fächern Englisch und Ökonomie. „Das Feedback war sehr positiv. Sowohl beim Vortrag als auch in den Unterrichtseinheiten haben rund 20 Englischlehrer der Schule teilgenommen. Im Anschluss hatten die Kollegen viele Fragen. Die Methoden haben sie teilweise sofort in ihren Unterricht eingebaut“, freut sich Stefanie Kirschner, die als Gastgeschenk ausführliche Methodenmappen mit anregenden Spielen und Ideen zur Schüleraktivierung im Gepäck hatte. 

Beeindruckt habe sie die Vorgehensweise der sogenannten „public classes“, in denen mehrere Lehrer den Unterricht eines Kollegen beobachten, bewerten und anschließend darüber diskutieren. „So etwas könnte ich mir bei uns auch vorstellen, als eine Art kollegialer Hospitation in größerem Rahmen.“ 

Andreas End und Joachim Riedel erlebten eine Vielzahl an Geschmacksexplosionen in der Schulküche und im Westin Hotel, in dem die besten Schüler regelmäßig Praktika absolvieren. Sie besuchten einen gigantischen Lebensmittelmarkt und schauten sich Tricks und Kniffe von den Kollegen ab - beispielsweise für die Zubereitung gefüllter Knödel (sog. „Dumplings“), Teigtaschen mit Garnelenfarce oder kross frittierter Schweinefleischscheiben, die nun auch daheim im Unterrichtsfach Fachpraxis Ernährung eingesetzt werden können. „Die chinesische Küche ist aufgrund der vielen frischen Zutaten sehr gesundheitsbewusst und hat sehr wenig mit den Speisen zu tun, die wir hier auf den Speisekarten eines China-Restaurants wiederfinden“, erläutert Joachim Riedel, der bereits zum zweiten Mal an dem Austausch teilgenommen hat. 

Im Gegenzug ließen Riedel und End auch die Gastgeber in deutsche Kochtöpfe gucken. Gemeinsam bereiteten sie ein klassisches 3-Gang-Menü zu: Brokkolicremesuppe mit Croutons, Geschnetzeltes von der Hähnchenbrust mit Champignons, Kartoffelplätzchen und Gurkensalat, Windbeutel mit Kirschen und Erdbeeren. Außerdem referierten die beiden auf Wunsch der Gastgeber vor gut 150 chinesischen Schülern und Lehrern über deutsche Gastronomie. Als Basis ihrer Präsentation fungierte das Restaurant Haus Lindemann, in dem Andreas End jahrelang als Küchenchef tätig war. 

Trotz des ausgefüllten Kooperationsstundenplans blieb genügend Zeit in Praxiseinheiten Einblicke in die chinesische Kultur (u.a. Kalligraphie und Malerei) zu erhalten, im Shoppingparadies rund um die Wangfujing-Street zu bummeln, kulinarische Kuriositäten wie Seepferdchen oder Skorpion am Spieß auf dem Nachtmarkt zu probieren sowie die eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten Pekings zu besichtigen. Besondere Highlights: die Chinesische Mauer, mit der Rikscha durch die Hutongs, die Prince Gong Mansion, der Platz des himmlischen Friedens, das Nationalmuseum und der Sommerpalast. 

„Es war ein unglaubliches Erlebnis. Die kulturellen Schätze der Stadt sind beeindruckend, ebenso die Gastfreundschaft, Herzlichkeit und gastronomische Kreativität der chinesischen Kollegen“, so Andreas End. 

Auf all das dürfen sich auch 12 Schüler des Berufskollegs freuen, die am 15. Juni, betreut von drei Lehrern, um die halbe Welt fliegen und sich in das Abenteuer China stürzen werden.

zurück zu den aktuellen Nachrichten