Crashtests am Berufskolleg

Quietschende Reifen, ein lautes Scheppern und „Aaaahs“ und „Boooahs“ von allen Seiten. Die Demonstration eines Auffahrunfalls mit einem PKW auf ein Fahrrad löste bei den schaulustigen Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs heftige Reaktionen aus – genauso heftig wie die Konsequenzen für den weggeschleuderten Radfahrer-Dummy, das Fahrrad sowie Motorhaube und Windschutzscheibe des Kleinwagens. „Ich bin schockiert und hätte nicht gedacht, dass der Aufprall schon bei 30 km/h so krass ist. Bei 50 km/h hat man ja gar keine Chance mehr“, so die sichtlich beeindruckte Elaria Vinciguerra (18) aus der 2G16B. Mitschülerin Kimberley Allendorf ergänzt: „Ich wusste, was passieren wird, und habe mich dennoch total erschrocken.“

Beim 1. Verkehrssicherheitstag am Berufskolleg der Stadt Bottrop legten die Verantwortlichen, Organisatoren und Kooperationspartner großen Wert darauf, dass nicht einfach nur informiert, sondern genauso erfahren, erlebt und gefühlt wird, welche Gefahren im Straßenverkehr lauern, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Beim PKW-Überschlagsimulator hingen Fahrer und Beifahrer kopfüber im PKW – und wer sich nicht entsprechend festkrallte, plumpste wie ein nasser Sack in den Fahrerhimmel unter ihm. Im Parcours mit unterschiedlich starken Rauschbrillen erlebten die Schüler, wie die Sehfähigkeit ab bestimmten Promillezahlen beeinträchtigt wird. „Mit der 1,5-Promille-Brille habe ich doppelt gesehen, konnte kaum einen Schlüsselbund vom Boden aufheben, geschweige denn den richtigen Schlüssel ins Türschloss stecken“, lacht Kurdistan Mero, 17-jährige Schülerin aus dem Bereich Gesundheit und Soziales. „Zum Glück trinke ich überhaupt keinen Alkohol.“

Im Gurtschlitten knallten die mutigen Probanden nach kurzer Fahrt mit 50 km/h in den Sicherheitsgurt. „Heftig! Ich habe das völlig unterschätzt. Aber es ist ein gutes Gefühl, so etwas zu testen. Ich werde mich von nun an ganz bestimmt immer anschnallen“, so Shkurten Imeri (17) nach ihrer Schlittenfahrt.

Aber nicht nur die von den externen Fachleuten der Verkehrswacht, der Feuerwehr, vom Straßenverkehrsamt, von der Polizei und vom TÜV vorbereiteten, spektakulären Vorführungen sowie die zur Verfügung gestellten Simulationsgeräte sorgten für Erstaunen und Begeisterung bei den Beteiligten. Auch die von den Schülerinnen und Schülern selbständig erarbeiteten Themen wie „Drogen und Alkohol – Rechtliche und finanzielle Folgen“, „Wie verhalte ich mich richtig am Unfallort?“ oder „MPU –Was ist das eigentlich?“ kamen bei den Teilnehmern sehr gut an. „Ich finde es schon sehr kreativ, dass viele Klassen eigene Filme gedreht haben. Besonders gut hat mir das Quiz „Wer wird Promillionär?“ gefallen, bei dem wir Fragen zu Reaktionen bei bestimmten Promillegrenzen beantworten mussten“, so Wirtschaftsgymnasiastin Cora Bleyer.

Paul Ketzer, Erster Beigeordneter der Stadt und gleichzeitig Hauptverantwortlicher für das Dezernat Jugend und Schule, bedankte sich bei  allen Beteiligten für das Engagement:  „Wir haben uns gewünscht, dass durch diesen Verkehrssicherheitstag die Jugendlichen für den Präventionsgedanken sensibilisiert werden. Ich glaube, dieser Event wird dabei sehr hilfreich sein. Unser Dank gilt dem Berufskolleg für die Organisation und Durchführung, dem Unternehmen ArcelorMittal Bottrop GmbH für die Unterstützung und allen beteiligten Experten für die beeindruckenden Crashtests und Vorführungen.“

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