„Ich verstehe nichts!“ – Fortbildungen zum Thema Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in den Internationalen Förderklassen

Jeder, der in seiner Schullaufbahn eine Fremdsprache erlernt hat, kann gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man im Fremdsprachenunterricht sitzt, der Lehrer permanent eine fremde Sprache spricht und man selbst nur die Hälfte versteht. Zum Glück kann man als Schüler den Lehrer immer mal wieder dazu bringen, das Gesagte noch einmal im Deutschen zu wiederholen. Unsere zugewanderten Schüler - zumeist aus Afghanistan, Syrien oder afrikanischen Staaten - haben da leider nicht so viel Glück. Da ihre Lehrer weder Arabisch noch Persisch sprechen, bleibt zur Kommunikation nur die deutsche Sprache. Hören und Sprechen im Unterricht finden für diese Schüler also permanent in einer Fremdsprache statt. Diesen beiden Kompetenzen im Fremdsprachenunterricht widmete sich das Unterrichtsentwicklungsteam mit Unterstützung von Melanie Hüßhoff, die auch DaZ-Moderatorin der Bezirksregierung Münster ist.

In der Fortbildung „Förderung des Hörprozesses“ ließ Melanie Hüßhoff die Kollegen einmal erleben, wie es sich anfühlt, „nichts zu verstehen“, indem sie einen Tonausschnitt auf Chinesisch vorspielte. Stimmung und Thema der Aufnahme waren schnell erkannt - handelte es sich doch um eine Szene aus dem Film Star Wars. Der Inhalt des Gespräches blieb den Zuhörern jedoch verborgen. Das kleine Experiment führte die Kollegen rasch zu einer Einsicht: Die Schülerinnen und Schüler in den Internationalen Förderklassen leisten viel! Während der Fortbildung erhielten die Kollegen wertvolle Methoden und Tipps zum Umgang mit Aufgaben zum Hörverstehen, die vor allem sofort für die Praxis des Unterrichts eingesetzt werden können. So kann verhindert werden, dass die Schüler trotz der Sprachenbarrieren im Unterrichtsgespräch überfordert werden.

Auch in der zweiten Fortbildung zum Thema „Förderung des Sprechprozesses“ sollte ein kleines Selbstexperiment die Kollegen daran erinnern, wie es ist, keinen geeigneten Wortschatz zur Hand zu haben. Also wurden Gespräche in Sprachen, derer die Kollegen nur marginal mächtig sind, geführt. Der Gesprächsverlauf war entsprechend stockend und bruchstückhaft und produktive Kommunikationssituationen kamen nicht zustande. Also wurden den Kollegen zahlreiche Methodenvorschläge zur Förderung des Sprechanteils der Schüler vermittelt. Sie bekamen hilfreiche Literaturtipps und es folgte ein reger Austausch über die eigenen Erfahrungen im Unterricht.

Die Schüler der Internationalen Förderklassen dürfen sich also auf einen noch abwechslungsreicheren, äußerst kommunikativen Deutschunterricht freuen.

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