BKB-Schüler genießen „la dolce vita“ in der Toskana

23 Schüler des Berufskollegs reisten für eine Woche in die Toskana. Es ging zum Gegenbesuch zur Partnerschule IT€ Carrara in Lucca. Die Europabeauftrage Astrid Hildenbrand schildert die Erlebnisse eines Schüleraustauschs in der beliebten Urlaubsregion Italiens.

20.45 Uhr Landung in Pisa, es ist schon dunkel, doch als sich am Flughafen für 23 Schüler des Berufskollegs der Stadt Bottrop und ihre begleitenden Lehrerinnen Astrid Hildenbrand, Cornelia Wolf und Kirstin Haucke die Tür zur Empfangshalle öffnet, gibt es ein riesiges Hallo. Alle 26 Schüler der Partnerschule IT€ Carrara, die erst zwei Wochen zuvor in Bottrop zu Besuch waren, sind mit ihren Eltern zur freudigen und lautstarken Begrüßung ihrer deutschen Gäste gekommen.  

Das war nur der Anfang eines interessanten und abwechslungsreichen Wochenprogramms, das die italienischen Schüler des Instituto Tecnico e Economico (IT€) in Lucca mit ihrer Deutschlehrerin Silvia Rebechi für ihre deutschen Partner des BKB auf die Beine gestellt hatten. Als Schüler des Bereichs Relazioni internazionali (internationale Beziehungen) lernen sie nicht nur Betriebswirtschaftslehre, sondern auch die Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch, das sie in dieser Woche intensiv trainierten, z.B. um die Gäste des BKB durch Florenz und Pisa zu führen.

Dabei waren die Programmpunkte in Lucca bereits beeindruckend. Die Landwirtschafts-Dependence des IT€ zauberte ein schmackhaftes Begrüßungsbuffet mit leckeren Tramezzini (gefüllte Sandwiches) und Säften aus sonnengereiften Früchten der Saison. In der Schule der Geometer gab es Informationen zur Bauvermessung von Häusern in Erdbebengebieten – wie z. B. in Lucca  und Umgebung – und die verschiedenen Erdbebensimulationen erstaunten nicht nur die deutschen Schüler. Der Bürgermeister empfing die deutsch-italienische Gruppe im Spiegelsaal des Palazzo Santini, stellte sich den Fragen des BKB-Radioteams und zeigte den Schülern sogar sein Büro – den roten Salon.

In deutsch-italienischen Teams bewiesen sich die Schüler bei einer Rallye durch Lucca, bei der sie nicht nur Sehenswürdigkeiten und ihre Besonderheiten wie Mosaike oder Wandbilder erkannten, den mit Bäumen begrünten Torre Guinigi bestiegen und den Blick über Lucca genossen, sondern auch besondere Geschäfte suchten, Touristen und Luccesi (die Einwohner von Lucca) befragten, das beste Eis am Ort und ein Stück Cecina (Kichererbsenpizza) kosteten oder auf berühmten Plätzen italienische oder deutsche Schlager schmetterten, um sich schließlich völlig erschöpft am Fuße des Doms mit frischem Quellwasser oder einem italienischen Café zu stärken.

Es fehlte nicht mehr viel, um ganz in das italienische Leben abzutauchen. Mit ihren italienischen Gastschülern kamen die BKB-Schüler meist per Bus oder mit dem Motorroller zur Schule, wo sie am Englisch-, Deutsch-, Mathe-, Informatik - oder Sportunterricht teilnahmen. Das Leben in den Gastfamilien war bunt und lustig, denn in deren Häusern in Lucca oder auch in den Bergdörfern im Umkreis kam nicht selten die gesamte Familie zusammen, um mehrsprachig oder mit Händen und Füßen erklärend die deutschen Gäste kennenzulernen und die italienische Küche in ihrer Vielfalt zu genießen. Am letzten Tag war die etwas verregnete Versiliaküste in Viareggio längst nicht so wichtig wie die Gespräche auf der Zugfahrt dorthin und zurück sowie der Spaß auf der anschließenden Pizzaparty in einem Restaurant auf der Jahrhunderte alten Stadtmauer in Lucca.

Astrid Hildenbrand vom Team Europa am BKB hat mit Silvia Rebechi den Austausch organisiert und hatte am Abend vor der Rückreise noch eine unerwartete Hiobsbotschaft zu verkünden. Ein Streik am Flughafen hat dazu geführt, dass der geplante Rückflug gestrichen wurde.  Die gesamte BKB-Delegation musste sich auf eine 22-stündige Flexibus-Heimfahrt einstellen. Hildenbrand zieht dennoch ein durchweg positives Fazit: „Diese Woche war voll von einzigartigen Erfahrungen für unsere Schüler, kulturell und interkulturell. Freundschaften, die schon in Bottrop entstanden sind, haben sich hier in Italien vertieft. Unsere italienischen Partner haben es zum Abschied auf eine Torte geschrieben. Unsere Schulen aus Bottrop und Lucca – das ist Europa! Wir stimmen zu und sagen danke für die schöne Zeit.“

Weitere Stimmen:

Angelo Kleinert (1I 15): „Ein italienischer Schultag besteht – auch samstags – aus fünf Unterrichtsstunden mit jeweils 60 Minuten, aber dazwischen sind nur 7 Minuten Pause. Das ist ganz schön wenig. Ungewöhnlich ist aber echt, dass die Schüler sich hier im Unterricht nicht melden.“

Sebastian Murrenhoff (2G16): „Die Infos zur Erdbebensicherheit waren sehr interessant und haben uns auf eine andere Weise bewusst gemacht, wie unterschiedlich die Regionen von Bottrop und Lucca sind.“

Martin Kersken (1W15): „Ich mag vor allem die Spontanität der Italiener.“

Jana Bulle (2G16): „Ich habe mich hier zu jeder Zeit sehr willkommen und wohl gefühlt.“

Janina Döpke (1W16): „In Gastfreundschaft haben die Italiener alle eine eins verdient.“

Larissa Rauer (1W16): „Für mich ein perfekter Austausch, eines meiner besten Erlebnisse überhaupt.“

zurück zu den aktuellen Nachrichten