Erste-Hilfe-Schulung für junge Geflüchtete am Berufskolleg

Als der 18-jährige Abdoulaye plötzlich beim Fußballspielen im Sportunterricht zusammenbrach, nach Luft rang und über Schmerzen in der Brust klagte, wurde allen Mitschülern die Wichtigkeit der kurz zuvor durchgeführten Erste-Hilfe-Schulung dramatisch vor Augen geführt. 

In sehr praxisnahen Workshops wurden alle internationalen Förderschüler, so die offizielle Bezeichnung der jungen Geflüchteten am BKB, in die Grundlagen der Ersten Hilfe eingewiesen. Fiktive Verletzungen wurden mit Verbänden versorgt, Dummys reanimiert und bewusstlos agierende Mitschüler in die stabile Seitenlage modelliert. 

Das vom Land geförderte Projekt wird vom Deutschen Roten Kreuz und Jugendrotkreuz  durchgeführt. Am Berufskolleg kam erstmals in Bottrop allen Flüchtlingen einer Schule die Fortbildung zugute. „Erste-Hilfe-Kurse für junge Geflüchtete sind ein wichtiger Schritt zur Integration und qualifizieren die Jugendlichen auf vielfältige Weise“, sagt Uwe Rettkowski, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bottrop e.V. „Die Schüler lernen Praktisches im Team, wodurch der Zusammenhalt gefördert wird. Sie erhalten zertifizierte Kenntnisse als Grundlage für einen Führerschein und bevorstehende Praktika. Zudem ist das Helfen in Notsituationen eine gesetzliche Verpflichtung in Deutschland – und wenn es nur das Absetzen eines Notrufes ist.“ 

Sven Neumann, als ehrenamtlicher Erste-Hilfe-Ausbilder und hauptberuflich Leiter von Wohngruppen prädestiniert für die Aufgabe, bildete an sechs Vormittagen gut 85 junge Geflüchtete im Klassenverband aus. „Ich bekomme eine tolle Resonanz von den Schülern. Die jungen Leute haben richtig Spaß an der Schulung, auch wenn manchmal die Deutschkenntnisse nur rudimentär sind“, so sein Fazit. „Der Kurs hat mir sehr gefallen, weil wir lernen zu helfen, wenn jemand krank oder verletzt ist“, stimmt der aus dem Irak geflüchtete Faisal zu. Auch der Syrer Laith hatte viel Spaß daran, so praktisch in der Gruppe zu arbeiteten. 

Abdoulaye geht es inzwischen wieder gut und er hat das Krankenhaus verlassen. Die Mitschüler sowie die Sportlehrer Henriette Rohn und Thomas End hatten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen, beruhigend auf ihn eingewirkt, einen Notruf abgesetzt und eilig den glücklicherweise noch im Nebengebäude einen weiteren EH-Kurs leitenden Sven Neumann herbeigeholt. Der DRK-Profi stellte deutlich erhöhte Pulswerte fest und übernahm die Erstversorgung bis zum Eintreffen des Notarztes.

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