Kraft- und Kompetenztraining in der Kletterwand

Dank einer Kooperation mit dem Bottroper Sportbund und der Knappschaft Bahn See erhalten in diesem Schuljahr verschiedene Klassen des Berufskollegs die Möglichkeit, zertifizierte Grundkenntnisse und entsprechende praktische Erfahrungen im Klettern zu erlangen. Der Sportbund stellt Knowhow in Form von ausgebildeten Kletterlehrern und die passenden Örtlichkeiten zur Verfügung, die Knappschaft unterstützt das Projekt finanziell, um Jugendliche zu sportlich-aktiver und gesundheitsorientierter Freizeitgestaltung zu motivieren. 

Das Berufskolleg kann durch die Unterstützung der Projektpartner nun Sportarten anbieten, die im normalen Sportunterricht aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder Qualifikationen eher seltener durchgeführt werden können. „Das Klettern könnte dabei nur der Anfang sein“, erläutert Mario Papierok, der in seiner Funktion als Schulsozialarbeiter am BKB die drei Parteien zusammenbrachte. „Wir haben noch einige andere Ideen vorgeschlagen und auch ein wenig herumgesponnen, beispielsweise über ein Radfahrtraining mit abschließender Alpenüberquerung.“ 

Zunächst geht es allerdings ohne Rad in die Höhe. Die erste Klasse – die Kaufmännischen Assistenten der 2K16B - hat ihren sechs Klettereinheiten umfassenden Kurs in der Kletterarena 79 am Südring bereits hinter sich. Die Resonanz unter den Schülern ist durchweg positiv. „Ich hatte anfangs gar keine Lust, aber es hat von Mal zu Mal mehr Spaß gemacht“, bilanziert beispielsweise der sonst eher ballsportaffine Gahsi Schekhkheder. Mitschüler Mario Münch zeigte auf ungewohntem Terrain sein bislang etwas verschüttetes sportliches Talent und avancierte zu einem der Top-Kletterer der Klasse: „Ich fand es cool mal einen völlig anderen Sportunterricht außerhalb der Sporthalle zu machen.“ 

Bei den kompetent geleiteten Kursen steht die eigene und gegenseitige Sicherung natürlich im Vordergrund. Knotentechniken, Materialkunde und das Procedere der Erst- und Zweitsicherung während des Aufstiegs und des Abseilens werden in der ersten Unterrichtseinheit geschult, ehe es fortan in Dreierteams steil bergauf geht. In den folgenden Einheiten werden Routen mit stetig steigerndem Schwierigkeitsgrad geklettert, allerdings kann jeder Schüler stets entsprechend Mut und Tagesform selbst entscheiden, welchen der bunten Kletterwege es hinaufgehen soll. Je nach Kursstärke und Kompetenzzuwachs werden auch noch Sturztraining oder amüsante Wettspiele in der Boulderwand durchgeführt. 

„Das Klettertraining macht nicht nur Spaß und fördert konditionelle Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer und Koordination, sondern erfüllt hervorragend die Kompetenzbereiche ‚Für sich und andere Verantwortung übernehmen’ oder ‚Im Team arbeiten und aufgabenbezogen kooperieren’. Besonders erfreulich finde ich, dass aus einem Dreier-Kletterteam eine Lerngruppe entstanden ist, die sich nun auch gemeinsam auf Klausuren vorbereitet und sich sozusagen gegenseitig vor einem schulischen Absturz sichern möchte“, so Sport- und Klassenlehrer Thomas End. Auch das Team des Sportbundes zog ein positives Fazit. Kletterexperte Christian Kunert: „Die Klasse hat sich prima auf das Klettern eingelassen und fast alle haben sich stetig verbessert.“ 

Derzeit geht die 2G17C aus dem Bereich Gesundheit und Soziales mit Sportlehrer Dennis Homann und viel Begeisterung bis zu den Weihnachtsferien die Wände hoch und die Sportkollegen Robert Trimborn, Helmut Konrad, Thomas Heimann, Tina Krämer und Henriette Rohn stehen mit Klassen aus verschiedenen Bildungsgängen (u.a. Internationale Förderschüler, Berufsfachschüler, Wirtschaftsgymnasiasten) in den Startlöchern. „Auch für uns ist das eine tolle Kooperation“, sagt Martin Schmid, 1. Geschäftsführer des Sportbundes, „weil wir so vielen Jugendlichen die Möglichkeit geben können, beim Klettern eigene Grenzen abzustecken und Schritte zu tun, die direkt zum Erfolg führen.“

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