„Ich dachte Theater sei langweilig“

Die Resonanz unter den gut 900 Schülern, die sich die Aufführung des Theaterstücks „Undercover Dschihadistin“ im Lichthof des Berufskollegs anschauten, war überwiegend positiv.  Entscheidend für das Feedback war, dass das Ensemble des Westfälischen Landestheaters das Thema Terrorismus anders präsentierte, als in der Tagespresse oder in der politischen Diskussion üblich. 

Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anna Erelle und dieser auf wahren Begebenheiten, die die französische Journalistin selbst erlebte und mit deren Konsequenzen sie noch immer zu leben hat. Mit einem Fake-Profil gibt sie sich als die 19-Jährige Melody aus, die zum muslimischen Glauben konvertiert und sich von einem ranghohen Terroristen zum islamischen Staat anwerben lässt. Sie beginnt mit dem IS-Kämpfer Abu Bilel via Skype zu kommunizieren und stimmt sogar einem Treffen zu, um die Rekrutierungsmethoden des IS zu entlarven. Durch einen entscheidenden Fehler fliegt ihre Tarnung auf. Die Journalistin wird auch heute noch vom IS als „Verräterin“ gesucht. Sie lebt unter Polizeischutz. 

Besonders eindrucksvoll sei für die Schüler die Inszenierung der Skype-Gespräche mittels einer Bildschirmprojektion auf der Bühne gewesen. Erst im Nachgespräch zwischen den Schauspielern und den Schülern sei ihnen klar geworden, dass diese Gespräche live stattgefunden haben und keine Aufzeichnung waren, erzählt Conny Wolf, eine der drei Theaterorganisatoren des Berufskollegs. Joel Kretschmann, Schüler des Bildungsgangs Informatische Assistenten/FHR schwärmt: „Ich fand besonders gut, dass das Stück auf wahren Begebenheiten beruht und deshalb glaubhaft war.“ Und Mitschüler Justin Tanten ergänzt: „Ich dachte Theater sei langweilig, aber ich fand das Stück richtig gut, weil ein aktuelles Thema sehr eindrucksvoll dargestellt wurde.“ 

„Das Stück hat auch im Anschluss in den Klassenräumen für Gesprächsbedarf gesorgt – und das ist sicherlich im Sinne der Autorin“, so das Fazit von Conny Wolf.

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