„Tragetuch und Sprachproblem“ – 1G/2G-Gesundheitsschüler besuchen Hochschule für Gesundheit

Das Berufskolleg der Stadt Bottrop legt großen Wert auf Kooperationen mit unterschiedlichsten Partnern, um Schülern im Anschluss an die erfolgreiche Schulausbildung Einstiege in die Ausbildung oder Wege ins Studentensein aufzuzeigen. Ein Weg führt alljährlich zur Hochschule für Gesundheit, kurz „HSG“, in Bochum, auf den sich dieses Jahr neben angehenden Fachabiturienten aus dem Bereich „Gesundheit und Soziales“ auch erstmalig zukünftige Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums mit Schwerpunkt Gesundheit machten. Alle kamen mit einem Ziel: sich über das Studienangebot der Hochschule zu informieren.

Die Verantwortliche vor Ort, Nadine Bitterwolf, hatte ein abwechslungsreiches Programm für die BKB-Schülerinnen und Schüler vorbereitet und stellte zunächst das Studienangebot, z.B. Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, und Pflege vor. Zudem verwies die Mitarbeiterin der Zentralen Studienberatung auf weitere Informationsangebote und Veranstaltungen im Rahmen der Studienorientierung. Aber auch allgemeine Fragen zum Einschreibungsverfahren an Hochschulen und Universitäten, zu Wartesemestern oder zum „NC“ konnten geklärt werden.

Die Probelehrveranstaltung durch Prof. Dr. Markus Zimmermann zum Thema „Pflege“ verfolgten die Schülerinnen und Schüler aufmerksam und stellten sich der Frage, warum der Pflegeberuf akademisiert werden sollte. In diesem Zusammenhang verwies der Gründungsdekan der Hochschule auf Inhalte des Bachelorstudiengangs „Pflege“, auf die Vermittlung von Theorie und Praxis und auf Studien, mit denen sich die Studierenden auseinandersetzen, um beispielsweise die eingangs gestellte Frage beantworten zu können. Friederike Weinhardt, die den LK „Gesundheit“ im Beruflichen Gymnasium unterrichtet, stellte zufrieden fest: „Schön zu hören, dass Inhalte des Studiums bereits im Unterricht angedacht werden und die Schülerinnen und Schüler somit auf ein Studium, aber auch auf eine Ausbildung im Bereich Gesundheit gezielt vorbereitet werden.“ 

Bei der anschließenden Hausführung wurden den Schülerinnen und Schülern die Skills-Labs präsentiert. Der Lernbereich Skills-Lab ist eine der Berufsrealität nachempfundene Lernumgebung, die neue, innovative Lernformen beinhaltet und das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis darstellt. Hier können die Studierenden z.B. pflegerisch-praktische Fertigkeiten erlernen. Im Fachbereich „Hebammenkunde“ erfuhren die Schülerinnen und Schüler einiges über die Aufgaben einer Hebamme. Sie konnten an einer Puppe den Puls des Kindes im Bauch hören und ertasten, wie das Kind liegt. Einige Schülerinnen ließen es sich auch nicht nehmen, die Puppen zu wickeln oder in einem Tragetuch zu tragen.

Der Praxisbezug, welcher im Studium an der HSG einen hohen Stellenwert hat, machte den Schülerinnen und Schülern auch besonders viel Spaß. Luna Ortmann bewertete den Besuch der HSG sehr positiv: „Ich habe zwar noch keinen konkreten Berufswunsch, aber für mich war der Besuch dennoch eine gute Erfahrung. Ich war noch nie an einer Hochschule und konnte mir nun endlich ein Bild machen.“ Jule Woettki ist da schon einen Schritt weiter: „Ich möchte gerne Physiotherapeutin werden. Der Besuch war daher für mich sehr interessant und aufschlussreich. Es wäre schön, an so einer modernen Hochschule studieren zu können.“ Im Department für Logopädie wurde im weiteren Verlauf des Tages über das Tätigkeitsfeld von Logopäden und Logopädinnen informiert, welches die Prävention, logopädische Diagnostik, Beratung und die Behandlung von Kommunikationsstörungen bei Menschen jeglichen Alters umfasst. Als die Schülerinnen und Schüler den Materialraum mit Büchern, Lernspielen und anderen Hilfsmitteln sahen, staunten sie nicht schlecht. 

Das Mittagessen in der Mensa rundete einen informativen und gelungenen Besuch ab. „Wir werden im nächsten Jahr sicherlich wieder den Weg nach Bochum finden“, zog Nina Pöppelmann ein positives Fazit. Die Hochschule für Gesundheit bietet insbesondere für die Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Gesundheit interessante Studienmöglichkeiten.

zurück zu den aktuellen Nachrichten