Eine Schule im Europa-Fieber

Wenige Tage vor den Europa-Wahlen setzte das Berufskolleg ein Ausrufezeichen für ein vereintes Europa. Alle Klassen veranstalten unter der Regie des Europa-Teams einen Projekttag, an dem sie sich auf unterschiedlichste Weise mit der europäischen Vielfalt auseinandersetzten. Das Ergebnis war eine Ausstellung, die bunter und kreativer nicht hätte sein können. 

Viele Schüler wählten einen künstlerischen Ansatz, erarbeiteten Foto-Präsentationen zu Themen wie „Europa – gestern und heute“, gestalteten Fliesen oder gleich große Teile des Schulhofes im Street-Art-Style, packten ihre Reiseerlebnisse in einen „Koffer voll Europa“ oder ihre Ideen im Miniatur-Format in ein Schubladen-Museum. 

Um Europa wirklich mit allen Sinnen zu erleben, wurden auch die BKB-Küchen, die Kosmetikräume und die Sporthalle des Heinrich-Heine-Gymnasiums voll in Beschlag genommen. Büromanagement-Azubis verwöhnten im Anschluss ihrer Info-Präsentationen zur EU mit europäischen Gaumenfreuden wie Gazpacho (kalte Gemüsesuppe aus Spanien), griechischer Hirtencreme und englischem Apple-Crumble. Die Kosmetikerinnen der 2C17/18 versprühten in einer Seifenausstellung das Odeur verschiedener Länder Europas und beim irischen Nationalsport Gaelic Football, der französischen Boule-Variante Pétanque und dem in Osteuropa beliebten Ringo (Ringtennis) erlebten einige Klassen Europa mit Kopf und Körper. 

Viele Klassen setzten sich intellektuell mit den Hard Facts Europas auseinander und gestalteten Spiele, mit denen während der Ausstellung auch die anderen Schüler ihre Europa-Kenntnisse unterhaltsam schulen konnten. Verschiedene Quiz-Varianten, Memory oder ein Europa-Darts sorgten für Spaß, Spannung und grenzüberschreitende Horizonterweiterung. Sehr amüsant: ein Quartettspiel der Einzelhändler, bei dem mit taktisch klug eingesetzten Fakten wie Einwohnerzahl der Hauptstadt, jährliches Besucheraufkommen der wichtigsten Sehenswürdigkeit oder als Fun Fact der Jahres-Alkoholkonsum pro Kopf in Litern die Länderkarten des Gegenspielers erobert werden konnten. 

In einem abschließenden Teilnehmer-Voting wurden die drei besten Projekte ausgewählt und auf der Bühne geehrt. Platz 3 eroberte Herzen und Stimmen der Schleckermäuler mit dem Projekt „Backe, backe Europa“, bei dem die Wirtschaftsgymnasiasten der 1W17A, unterstützt durch ihre Beratungslehrer Stefan Weyers, Bernd Winkel und Küchenmeister Andreas End, internationale Kuchenspezialtäten wie französische Eclairs, Schweizer Rüblikuchen, die italienische Ricottacreme-Spezialität Torta Nua, portugiesische Sahnetörtchen namens Pasteis de Nata, mallorquinischen Mandelkuchen und die deutsche Nussecke buken und verköstigten. 

Die Klasse 4W18A mit Klassenlehrerin Jenny Rose dokumentierte auf Postern mit dem Titel „Mein Weg nach Europa“ die lange und beschwerliche Flucht von vier geflüchteten Mitschülern, die neben den Aufenthaltsländern auch weitere ungewöhnliche Stationen zeigten– die verschlossene Ladefläche eines Vans beispielsweise. Die eindrucksvolle Dokumentation wurde mit Platz 2 belohnt. 

Sieger des Wettbewerbs wurde schließlich das Partnerprojekt „Europa kauft mit Kunststoff ein“ der Klassen KM/MB 16A und VM17A mit den Klassenlehrern Dirk Koch und Norbert Walach. Die Schüler recherchierten detailliert die Plastikmüllproblematik Deutschlands im europäischen Vergleich, präsentierten EU-Gesetze und deren laxe Umsetzung, machten Vorschläge zur Vermeidung von Verpackungsmüll. Ihren informativen Präsentationsstand dekorierten sie dabei gekonnt blickfangend – zugemüllt mit Plastikdreck. 

Astrid Hildenbrand, Europabeauftragte und mit den Mitgliedern des BKB-Europa-Teams Regina Grothoff, Stefanie Houben, Corinna Mündemann, Petra Wendt, Sabrina Kohnen, Alex Lang, Friederike Weinhardt und Stefanie Sauerbrey verantwortlich für die Organisation des Projekttages, dankte abschließend allen Beteiligten: „Ihr habt unser BKB-Europa als vielfältigen und bunten Raum gestaltet, in dem sich nicht nur unsere beruflichen Schwerpunkte, sondern auch Können und Kreativität wiederfinden. 

Das war beeindruckend und hat euch hoffentlich genauso viel Freude bereitet wie uns.“

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