Berufskollegschüler in Italien: Land(wirt)schaft, Leute, Leben und Lernen bis zum Sonnenuntergang

Im September reisten 10 Schüler des Berufskollegs zum Besuch der italienischen Partnerschule ITE Francesco Carrara nach Lucca in der Toskana. Dort wurden sie herzlich von ihren italienischen Gastfamilien empfangen, denn die Schüler hatten sich schon im April beim Besuch der italienischen Gruppe in Bottrop kennengelernt und gemeinsam Facetten der Industriekultur im Ruhrgebiet erkundet.

In der Woche in Italien lernten die Bottroper die Partnerschule und ihre Einbindung in Leben und Kultur der Toskana kennen. Im Instituto Tecnico Nottolini erklärten die Geometer, die dort ausgebildetet werden, mit anschaulichen Simulationen wie man Häuser erdbebensicher baut und wie stark die Region von Erdbeben betroffen ist. „Das erwarten unsere Schüler nicht in Italien. Sie erkennen hier, wie sich ihre italienischen Freunde auf diese Naturgewalt einstellen“, erzählt Cornelia Wolf, eine der begleitenden Lehrerinnen. In einer weiteren Dependence – dem Instituto Tecnologico Agrario Busdraghi – gab es eine Führung durch den hauseigenen Weinberg und die Gewächshäuser sowie Information zum Gemüseanbau der Zukunft.

Im Instituto Ecnomico – vergleichbar mit dem Wirtschaftsgymnasium am Berufskolleg – begleiteten die BKB-Schüler ihre Gastgeber z. B. in den Sprachen- oder Geschichtsunterricht und stellten erstaunt fest, dass die italienisch-deutsche Geschichte fest im Lehrplan verankert ist. Selbstverständlich konnten die angehenden Abiturienten auch Geschichte und Kultur in der Umgebung live erkunden. In gemischten Teams startete eine Entdeckungsrallye durch Lucca, wobei rosafarbene neben schwarz-weißen Säulen von San Michele gezählt, ein Rätsel um Puccini gelöst, das Labyrinth an der Kathedrale San Martino abgetastet und deutsche Romane inmitten hunderter italienischer Bücher gesucht werden mussten, bevor alle die Aussicht über Lucca unter den Bäumen des Torre Guinigi genießen konnten.

Für den Besuch in Pisa standen nicht nur der Dom und der schiefe Turm am Piazza dei Miracoli auf dem Programm, sondern auch die Erkundung Pisas als Universitätsstadt. In Pisa und auch in Florenz führten die italienischen Gastgeber ihre Bottroper Gäste mit kleinen Vorträgen zu den Sehenswürdigkeiten, sodass die Schrittzähler Höchstzahlen zeigten und bei strahlendem Sonnenschein das Auffüllen der Wasserflaschen gerne auch eine Rast im Schatten der großen Gebäude in Florenz einläutete.

Besonders beeindruckt zeigten sich alle Teilnehmer von der Gastfreundschaft der italienischen Partner und ihren Familien. Mit Tricks und besonderem Engagement wurde eine Überraschungs-Geburtstagsparty für Lea organisiert, die ihren 18. Geburtstag in Italien mit 18 Pizzen und dekoriertem Tiramisu feiern durfte und so sicher nicht vergessen wird.

Silvia Rebechi vom ITE Carrara und Astrid Hildenbrand vom Berufskolleg Bottrop, die gemeinsam den Austausch ins Leben gerufen und nun zum zweiten Mal organisiert haben, sind sich einig: „Wir sind begeistert davon, wie viel Unterschiedliches über Land, Leute und Kultur die Gruppe in Bottrop und in Lucca kennenlernen kann. Noch schöner ist es, dass durch die gemeinsame Zeit und Arbeit auch richtige Freundschaften entstehen.“

Unvergesslich bleibt allen sicher der letzte Nachmittag in Viareggio, der mit dem Sonnenuntergang am Strand seinen Ausklang fand - eine schöne Erinnerung an einen Schüleraustausch voller interessanter Eindrücke.

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