Analyse des Forellensees im rollenden Klassenzimmer

Anfang November wurde der Forellensee von zwei Klassen des beruflichen Gymnasiums Gesundheit unter die Lupe genommen. Die Biologie-Leistungskurse nutzen den außerschulischen Lernort, um praktische Erfahrungen zu sammeln.

Mit Unterstützung des Umweltbusses Lumbricus, der zur Natur- und Umweltschutz-Akademie (NUA) gehört, wurden nach einer Einführung unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt. Ottmar Hartwig, Experte der NUA, stattete die jeweils ca. 20 Schülerinnen und Schüler mit Klemmbrettern, Arbeitsblättern, Untersuchungsgerätschaften und Messgeräten aus. Neben der Kartierung des Sees, Bodenuntersuchungen und Lebewesen-Bestimmungen, wurden auch Wasserproben analysiert und die Sichttiefe evaluiert. „Ziel war es, das Stillgewässer anhand von ökologischen Aspekten zu bewerten und einzuordnen“, erklärt Biologielehrerin Henriette Rohn.

Mit Hilfe des Experten bestimmten die 1G18A-Klassen die Wasserqualität. Dabei wurde nicht nur der pH-Wert, sondern auch die Leitfähigkeit und die Sauerstoffsättigung gemessen. Die Lichttrübung wurde mit Hilfe einer kleinen Kamera in verschiedenen Tiefen des Sees gemessen.  Eine weitere Gruppe entdeckte kleine Lebewesen in Ufernähe. Kleine Fische, Krebse, verschiedene Würmer und Larven wurden aus dem Wasser gefiltert und unter Steinen gefunden. Mit dem Seeboden und dem Aufbau des Sees wurde sich zusätzlich beschäftigt. Dazu musste unter anderem die Beschaffenheit des Seebodens auf Geruch, Farbe und Formbarkeit überprüft werden.

Trotz abiturrelevanter Biologiethemen, die an diesem Vormittag praktisch erprobt wurden, waren die Schülerinnen und Schüler sich einig: Es war abwechslungsreich und interessant. Hannah Wozniczak aus der 1G18A befand beispielsweise: „Es war super, dass der Schwerpunkt auf den praktischen Arbeiten lag. So war man richtig dabei und freute sich über die Ergebnisse.“

Anschließend wurden die Ergebnisse im rollenden Klassenzimmer ausgewertet. Dafür ist das Fahrzeug mit moderner Technik ausgerüstet. Es gibt einen großen Bildschirm, auf dem die Ergebnisse präsentiert werden. Zudem stehen leistungsstarke Mikroskope zur Verfügung, um die entdeckten Tiere zu bestimmen und außerdem gibt es analytische Methoden, um den Phosphat- und Nitratgehalt der Wasserproben zu bestimmen. Auch an den Mikroskopen wurde fleißig gearbeitet. „Wo ist der Strudelwurm“, wollte Chantal Beger interessiert wissen, damit auch sie sehen konnte, was vorher gefangen wurde. Besonders beeindruckend waren aber die Flusskrebse, die sich beim Begattungsakt nicht stören ließen. Henriette Rohn fasste dabei augenzwinkernd den Tag zusammen: „Bei so viel Action ist viel hängengeblieben. So sollte ein Praxistag sein.“

Nach der Präsentation der Gruppenarbeiten wurde eine gemeinsame Gesamtübersicht erstellt, die eine Einordnung des Sees ermöglicht. Wie von Hartwig vermutet, liegt der See im mittleren Bereich der Bewertungsskala. Die Schülerinnen und Schüler lernen an einem solchen Tag die ökologische Analyse, die aus verschiedenen Kriterien besteht. „Die gewonnen Einsichten hinterlassen einen tieferen Eindruck als jedes theoretische Lehrbuchwissen“, sagte der Umweltpädagoge Hartwig am Ende.

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