Durchweg positive Resonanz auf „Echt krass!“

„Geile Titten“, „Schlappschwanz“, „Der ist ja noch Jungfrau“, schallt es aus den Lautsprechern im Inneren einer Ausstellungskabine. Plastikhände betatschen und grapschen in einer anderen. „Alles Porno oder was?!“ steht auf einer knallroten Kabinenwand, „VerGEWALTigung“ auf einer leuchtend gelben. 

Ohne Umschweife ist der Besucher mitten im Thema der vielgelobten Wanderausstellung „Echt krass!“ vom Petze-Institut für Gewaltprävention aus Kiel, die seit Ende Oktober im Selbstlernzentrum des Berufskollegs zu sehen ist. Das Grundthema ist sexuelle Gewalt bei Jugendlichen, das an fünf interaktiven Ausstellungskabinen facettenreich, irritierend, beklemmend, anregend, schockierend, provokativ aufbereitet ist. Die Stationen sind wie Umkleiden durch einen Vorhang begeh- und verschließbar, auf den Außenwänden bieten Dreh- oder Schieberegler die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Aspekten der Thematik auseinander zu setzen und zu hinterfragen, ab wo und wann sexuelle Grenzverletzung beginnt. 

„Mehr als 60 Klassen werden die Ausstellung besuchen, der Großteil vom Berufskolleg, aber auch viele Schülerinnen und Schüler vom Heinrich-Heine-Gymnasium, von der Gustav-Heinemann Realschule und von der Hauptschule Welheim. Bislang haben wir nur positives Feedback bekommen“, so das Zwischenfazit von Sozialarbeiterin Stephanie Watenphul, die gemeinsam mit Lehrerin Claudia Bergmann und Sozialarbeiter Mario Papierok die Initiative ergriff, und Dank der finanziellen Unterstützung des Rotary Clubs sowie der Sparkasse Bottrop die Ausstellung ans BKB holen konnte. 

 „Wir stehen auch für Fragen zur Verfügung und es gibt erläuterndes Info-Material.  Zudem wurden 50 Kolleginnen und Kollegen, die ihre Klassen begleiten, durch das Frauenzentrum Courage im Vorfeld geschult. Das ist bei diesem Thema Voraussetzung“, so Watenphul weiter. 

Bei der Ausstellungseröffnung, zu der Vertreter vom Frauenzentrum Courage, von der Jugendhilfe, des Jugendamts, des Kulturausschusses, der Schulpsychologischen Beratungsstelle, der Rotarier, der Sparkasse Bottrop sowie Schulsozialarbeiter von anderen Schulen geladen waren, lobte OB Bernd Tischler die Ausstellung und verwies auf die Wichtigkeit der Thematik, mit der man sich auch im Rahmen von Schule auseinandersetzten müsse. „Sexuelle Gewalt und Übergriffe gehören leider auch zum Alltag von Jugendlichen. Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen hat bereits nicht körperliche sexualisiere Gewalt erfahren, fast ein Viertel gar körperlich sexuelle Gewalt“, erläuterte Margret Kemper von der Frauenberatungsstelle Courage. Krasse Fakten, denen man unbedingt präventiv begegnen muss. 

Die Ausstellung „Echt krass!“ kann noch bis zum 29. November, täglich bis 16 Uhr, besucht werden. Weitere Informationen gibt es per Email bei Stephanie Watenphul (s.watenphul@bkb.nrw.). 

Themenblöcke der Ausstellung: 

Sex sells: sexistische Werbung und Pornografie

Trial & Error: eigene Bedürfnisse und die des Partners/der Partnerin

Stop & Go: Kommunikation in Teenagerbeziehungen

Love & Hate: Gruppendruck und emotionale Abhängigkeiten

Law & Order: Gesetzeslage und Hilfe bei sexuellen Grenzverletzungen

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