„Die zwei Dozenten von Venlo“ – Berufliches Gymnasium besucht die Fontys-Hochschule

Kaum ein Ruhrpottler kennt Venlo nicht. Sei es die nette Innenstadt, die zum Bummeln einlädt, seien es die riesigen Gartencenter in der näheren Umgebung oder sei es auch nur der Kaffeekauf bei den berühmten „Zwei Brüdern“ – Venlo ist beliebt und belebt zu gleich. Doch abseits des Einkaufstrubels bietet die holländische Kleinstadt direkt an der deutschen Grenze weit mehr, bspw. eine interessante Alternative zum Studium an einer deutschen Universität – die „Fontys Venlo University of Applied Sciences“.

Genau über diese Möglichkeit, ein Studium im Ausland zu beginnen, informierten sich die angehenden Abiturienten der 1W17A, der 1I17A sowie der 1G17A. Wirkte die Hochschule bei der Ankunft von außen noch recht trist, so veränderte sich der Ersteindruck bei Betreten des Foyers schlagartig. Modern, stylisch und multimedial präsentierte sich die holländische Hochschule, die dem größten Hochschulnetz der Niederlande angeschlossen ist, den Schülerinnen und Schülern. Auch Lehrer Udo Wegmann, der mit seinem Medienkompetenzkurs die Fahrt nach Venlo mit Interviews für eine kommende Radiosendung dokumentierte, stellte anerkennend fest: „Solche Medienpulte mit Vollausstattung wären auch in Schulen herzlich willkommen.“

Nach der Begrüßung durch Katharina Oelschläger, Mitglied des Fontys-Teams für Kooperationen mit Schulen im In- und Ausland, ging es in einen modernen Seminarraum. Im Anschluss an einen Imagefilm erläuterte Oelschläger die Besonderheiten des Studierens in den Niederlanden, vor allem an der Fontys: „Ein Studium bei uns ist sehr praxisorientiert, da wir die Studenten zum einen sehr früh Kontakte mit unseren internationalen Partnerunternehmen knüpfen lassen und wir zum anderen Auslandssemester fest in unseren Studienplänen verankert haben.“ Anders als an deutschen Universitäten gibt es an der Fontys keine großen Massenvorlesungen, so Oelschläger schmunzelnd: „Unser größter Hörsaal ist auf 120 Studenten ausgelegt. Aber der ist nie voll…“ Grund dafür ist das Klassensystem, dass man aus deutschen Schulen kennt. Kleine Lerngruppen, feste Studienpläne – und dies alles an vier Tagen Studium in diversen Studiengängen aus den Bereichen Wirtschaft und Informatik in der Woche. Dabei werden die Kurse zumeist in den ersten Semestern in deutscher Sprache angeboten, um die Eingewöhnung zu erleichtern.

Während die Klassen die Vorteile noch sacken ließen und selbst über den Nachteil der obligatorischen Studiengebühren hinwegsahen, betrat Christoph Busch, Dozent für E-Business und Online-Marketing den Raum, um den ersten Workshop zum Thema „Marketing des neuen IPhones“ durchzuführen. Er zeigte sich begeistert von der Mitarbeit der BKB-Schüler und beschwerte sich nachher süffisant: „Jetzt habe ich leider nur 10 von 22 Folien durchbekommen…“ Ebenfalls interessant war der Workshop aus dem Bereich Informatik, bei dem Dozentin Christiane Holz mithilfe von IPads die Grundlagen des Programmierens beleuchtete. „Sehr praxisnah und vor allem wichtig: Es baute auf unseren Unterricht auf“, stellte Lehrer Martin Henke fest.

Abseits des Schnupperns in das Fachliche stand aber auch eine Campus-Führung sowie ein Snack in der Bio-Mensa auf dem Plan. „Wir achten auf Nachhaltigkeit, gesundes Essen und ein soziales Engagement unserer Studenten. So müssen unsere Studierenden im Laufe ihrer acht Semester Bachelor-Studienzeit Punkte sammeln, bspw. durch ehrenamtliche Projekte oder die Einladung von Schülern der ehemaligen Schule. Ohne diese Punkte gibt es keinen Abschluss“, erklärte Oelschläger das Konzept. Durch das Einladen ihrer Schule, dem BKB, verdiente sich auch Cora Bleier aus der ehemaligen 1W16A Punkte. Sie studiert seit dem Sommer in Venlo und ist hochzufrieden. Den positiven Eindruck bestätigen konnte auch Florian Synofzik aus der 1W17A: „Am Anfang war ich etwas skeptisch, aber je länger ich hier war, desto wohler habe ich mich gefühlt. Es ist eine wirkliche Alternative, auch im Anschluss an eine Berufsausbildung in Deutschland.“ Stefanie Krolik, die als Mitglied des Teams „Kooperation mit Hochschulen“ den Besuch organisiert hatte, ergänzte freudig: „Ein rundum gelungener Tag. Diese Hochschule ist wirklich einen Besuch wert und passt hervorragend in unser Konzept, unseren Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums möglichst viele Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft aufzuzeigen.“

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