Atemlos in den Harz – Die 2T 13 A auf Klassenfahrt

Wie schon in den letzten Jahren ging es für die Oberstufe der zweijährigen Berufsfachschule für Automatisierungstechnik im Herbst auf Klassenfahrt. Das Motto: Teamtraining und Grenzen erleben und überwinden. In diesem Jahr ging es am 22. September mit 25 Schülern, Frau Reuter, Herrn Beckmann und Herrn Zagolla für fünf Tage in den Harz nach Nordhausen (Thüringen) in die Jugendherberge Rothleimmühle. Neben zwei ausgedehnten Wanderungen in der Umgebung von Nordhausen standen Aktionen wie Team-Bike-Fahren, eine GPS-Rallye und ein Grillabend auf dem Programm. Besonders spannend waren zwei Vormittage im Kletterpark der Stadt Nordhausen. Hier konnte der Einzelne auf Hochseilgartenelementen und an einem 20 Meter-Kletterturm hoch hinaus Das Ganze funktionierte aber nur mit der Seilsicherung durch das Team der Mitschüler am Boden.

Beeindruckend war der Besuch der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, die vier Kilometer außerhalb von Nordhausen liegt. Hier gab es für die Teilnehmer einen Vortrag über die Geschichte und die Funktion des Konzentrationslagers und eine dreistündige Führung durch einen kleinen Teil der unterirdischen Stollen. Hier wurden nach der Bombardierung und Zerstörung der Waffenfabriken in Swinemünde durch die Alliierten die Produktionsanlagen für die V2-Raketen von KZ-Häftlingen unter unmenschlichen Bedingungen errichtet. Anschließend gab es eine Führung über das Gelände. Dort waren neben Ruinen des ehemaligen Appellplatzes noch die restaurierte Lagerbaracke und das Krematorium zu besichtigen. Auf der Rückfahrt im Bus gab es viele nachdenkliche Gesichter.

Es folgt ein Erlebnisbericht der Schüler:

Tag 1: einfach nur Tag 1

Montag früh um 08:15 kommen wir am Rauchertor zusammen. Die verschiedensten Rucksäcke voller Zeugs. Die Taschenkontrolle der Lehrer hat natürlich nicht ins Schwarze getroffen und somit warten wir bis Viertel vor 10 auf den Bus, Abfahrt war ursprünglich 9 Uhr, angeblich gab es eine Polizeikontrolle. Aber niemand glaubt dem Stefan, unserem coolen Busfahrer, überhaupt etwas. Nach einer Stunde Fahrt gibt es schon die erste Raucherpause, die jeder natürlich ausnutzt, um sich literweise Holundersaft zu kaufen. Die Preise sind unmenschlich.
Nach zwei Stunden Fahrt merken wir wo wir sind. Werbeplakate für Parteien überall, das muss Nordhausen sein. Die ersten Supermarktlocations speichern wir direkt. Angekommen an der Rothleimmühle werden wir empfangen von einem Mitarbeiter der Jugendherberge. Ein Wahlplakat outet ihn als Vorsitzenden der Bündnis 90/Die Grünen. Nachdem wir die Richtlinien angehört haben, an die wir uns halten sollen, bekommen wir die Zimmerschlüssel und dürfen dann endlich in unsere Suiten eintreten. Wir sind überrascht, wie perfekt die Zimmer sind: genug Platz um ein Päuschen mit seinen Raumkollegen zu machen und ein Tisch für unsere Säfte.
Nachdem wir alles ausgepackt und manches eingepackt haben, geht es auf den Innenhof der Fachwerkidylle: Startpunkt für eine wundervolle GPS-Tour. Ganz viel Spaß, einen Gewinner gibt es nämlich nicht, zur Belohnung aber ein wunderschönes rotes Schlüsselband.
Highlight für die Gruppe Quaß/Böckelmann, darunter auch O’Shea, Peterson und Waleczko sowie Grajek: ein kurzer Adrenalinkick nach der wunderbaren Idee einfach mal abzukürzen. Ein 20m-Sprint und das Überwinden einer 2m-Hürde in weniger als 2 Sekunden rettet die Gruppe vor dem Hausbesitzer mit seinem Dackel.

Tag 2: Luca der Barbarenkönig #Natur#ist#doof

07:00 Uhr morgens: „Atemlos durch die Nacht“ als Weckruf und man steht auf als wäre man imstande, alles zu machen außer diese Wanderung, die eine kleine Gruppe von fünfzehn tapferen Recken durchleben musste. Angefangen hat es mit dem typischen Frühstück und dem Aufbauen des persönlichen Lunch-Pakets: ein Brötchen mit Wurst, eine Tüte Wasser und ein 10g großes Bounty. Mit der S-Bahn ging es Richtung Stadtrand.
Eine Stunde lief die Klasse ohne Probleme im Pulk, bis die motivierte Gruppe der tapferen Recken, die einen Abstand von 500 Meter zu der nächsten Gruppe hatte, sich entschloss, einfach mal rechts zu gehen. Somit begann der Kampf ums Überleben mit Luca als Anführer, denn er hatte den Stock, den Stock den schon viele Anführer vor ihm hatten. Unerschrocken bestieg er den Hochsitz des Herren des Waldes und nahm ihn ein. Er versorgte auch die Überlebenden mit Fleisch eines Hirsches, den er zuvor erlegt hatte. Durch einen kleinen Tipp eines Mitschülers osmanischer Herkunft, gelang es ihm, die Gruppe in Richtung der Lehrer zu leiten. Durch fremde Ureinwohnerdörfer führte der Barbarenkönig die Überlebenden bis hin zu einer verlassenen Straße.
Die moderne Kommuinkationstechnologie ermöglicht den Kontakt mit den Lehrern. Ein Missverständnis und schon setzt Luca alles daran, die Überlebenden wieder zur Jugendherberge bringen. Nach zwei Stunden Fußmarsch schlug der Navigator der Überlebenden vor, querfeldein zu laufen. Die Überlebenden standen kurz davor sich zu entzweien, doch der Barbarenkönig lies einen kräftigen Kampfschrei ertönen und die Gruppe erstarrte und Luca sprach : „Wir sind eine Klasse!“. Mit gemeinsamen Kräften stiegen die Überlebenden einen gefährlichen Abhang hinunter und gelangten auf eine Kuhweide. Dort trafen sie auf jagende Ureinwohner Nordhausens, die ihnen den Weg zurück in die Zivilisation zeigten. Bei der S-Bahn Haltestelle angekommen, gelang es dem Luca durch eine List an den Kontrolleuren vorbei in die S-Bahn zu gelangen. Nach einem anstrengenden Tag stieß die Gruppe wieder zu den anderen an der Jugendherberge. Dann gab es eine Runde Team-Biken, mit sechs Mann gleichzeitig. Das war voll toll.

Tag 3: Aufstieg des Kranichs

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Klettergarten, um neue Erfahrungen zu sammeln und das Ninjutsu des Kranichs zu erlernen. Als wir den Klettergarten erreicht und uns den Einweisungen unterzogen hatten, ging es los mit lustigen Spielen. Der Untergrund war voller heißer Lava und wir mussten mit einer Liane darüber springen. Dann ging es um unsere Balance. Werner und Fabian, die prächtigen Felsen in der Brandung, unterstützten uns tatkräftig, indem sie einfach nichts machten (s. Foto „Die Felsen in der Brandung“). Dann ging es endlich zehn Meter hoch hinauf auf die Stationen. Wir sollten über einem Baumstamm balancieren. Motiviert und voller Adrenalin führte auch die Gruppe O’Shea, Meister des Kranich-Tanzes, Peterson, Quaß, Lackman und Knippenberg den Kranich auf. Die drei starken Jungs Böckelmann, Waleczco und Debler absolvierten die Himmelsleiter innerhalb von drei Minuten. Weitere krasse Aktionen gab es erst mal nicht.
Anschließend stand wieder mal Wandern auf dem Programm. Angeführt vom Navigator O’Shea, der die Gruppe wohl ins Verderben stürzen wollte, schaffte es die Gruppe bis zur Hälfte, jedoch nur mit der Hälfte der Gruppe, denn manche hatten schon aufgegeben. Nachher gab es noch ein kräftiges Schnitzel, da in dem naheliegenden Club Schnitzeltag war. Nachdem auch diese atemberaubende Tour absolviert war, ging es direkt ab ins Bett und die Säfte blieben stehen.

Tag 4: Abstieg des Kranichs

Der letzte richtige Tag. Nach dem Frühstück ging es erneut zum Klettern, aber diesmal galt es, den Kletterfelsen, einen ca. 20 Meter hohen Betonblock zu besteigen. Unsere Kletteraufsicht wurde durch den netten Dirk bereichert, ein sehr netter älterer Herr, der uns zeigte wie es geht. Die Kranich-Gruppe überstand die erste Kletterroute natürlich easy-peasy und zeigte beim Abstieg dem Rest der Klasse was ein richtiger Kranich ist. Dann sollten wir mit unserer Klasse eine Riesenwippe ausbalancieren. Absolviert in 20 Sekunden.
Dann ging es zurück zur Jugendherberge und man bereitete sich vor auf den Besuch der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Während wir über das Gelände und durch die unterirdischen Stollen für die Raketenproduktion liefen, hatten wir alle ein mulmiges Gefühl, denn hier sind viele Menschen unnötig und grausam ums Leben gekommen. Unser Gruppenleiter berichtete uns, wie es damals aussah und unter welchen Umständen die im KZ untergebrachten Menschen leben mussten. Selbst die größten Störenfriede waren stumm und man sah in ihren Blicken, wie betroffen sie waren. Auf dem Rückweg zur Jugendherberge waren wir alle nachdenklich und redeten darüber bis wir auf den Zimmern waren und ein Nickerchen hielten. Abends wurde dann nochmal gefeiert um die schöne Zeit, die wir alle zusammen hatten, abzuschließen.

Tag 5: Ende

Am nächsten Tag mussten wir Punkt acht abfahrbereit sein und die Zimmer mussten schön sauber sein.

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