Spannender Unterricht im Wald

Der Blick durch die Becherlupe in die trübe Wasserprobe aus dem Schwarzbach offenbarte ein unerwartet lebhaftes Treiben. Und während Kyra Rachny die Hautbeschaffenheit eines Frosches auf Glitschigkeit überprüfte, war Mitschüler Felix Roesner überrascht, was alles im Untergrund des Waldbodens umher krabbelt: „Einige Käfer hab ich noch nie vorher gesehen.“

Bei einem eintägigen Workshop zum Thema „Mit Kindern in der Natur arbeiten“ der Umweltpädagogischen Station am Heidhof erhielten die Schüler der 4S-Oberstufe interessante und spannende Einblicke in die vielfältigen pädagogischen Möglichkeiten, die die Welt des Waldes insbesondere für Kinder bietet.

„Es geht darum, für Kinder geeignete Zugänge zur Natur selbst zu erproben, denn unsere Schüler befinden sich in der Ausbildung für pädagogische Berufe, arbeiten also in Zukunft möglicherweise als Erzieher oder Heilerziehungspfleger. Einige von ihnen machen auch ihr letztes Praktikum demnächst in einer Einrichtung, in der Kinder betreut werden", erläutert Bildungsgangleiterin Petra Wendt den Unterrichtsgang in den heimischen Wald.

Doch auch die Umsetzung des Erlebten und Erlernten mit Menschen mit Behinderung oder alten Menschen soll in der Nachbereitung des Workshops thematisiert werden. "Ein großer Teil der Ausbildung der Sozialhelfer bezieht sich auf die Beschäftigung von Menschen, die eben dabei Unterstützung benötigen. Der Aufenthalt in der Natur bietet dazu vielfältige Möglichkeiten", so Fachlehrerin Sylvia von der Heyde.

Neben der Erkundung von Gewässern und Bodentieren probierten die Schüler verschiedene Naturerlebnisspiele aus, fertigten Kunstwerke allein aus Waldmaterialien ("Naturarte"), orientierten sich ausgerüstet mit einem Handspiegel nur an den Baumwipfeln oder versuchten einen Baum nur mithilfe des Tastsinns wiederzuerkennen.

Das Fazit der Schüler fiel - mal abgesehen von den herbstlichen Temperaturen - durchweg positiv aus. "Es hat mir sehr gefallen nochmal etwas Neues über die Natur zu erfahren. Am besten waren die künstlerischen Tätigkeiten", berichtet Luisa Demond, die sich zum Teil wieder wie ein Kind gefühlt und ihre kreative Seite entdeckt habe. Liz Kasten empfand die Stille als sehr schön, "als wir die Augen geschlossen haben." Und Alina Winterkämper ergänzt: "Es war schön neue Anreize zu bekommen, die man später super praktisch mit behinderten Menschen oder Kindern nachmachen kann."

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