Zum sechsten Mal war das Ensemble Theatertill im Lichthof des Berufskollegs Bottrop zu Gast. In zwei Vorstellungen erreichten die Mitwirkenden insgesamt rund 350 Schülerinnen und Schüler und zogen ihr Publikum mit eindringlichen Berichten über Gewalt, Ausgrenzung und Rassismus in ihren Bann. Die intensive Atmosphäre führte im Anschluss zu offenen Gesprächen und lebhaften Diskussionen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen reale Erfahrungsberichte von Menschen, die in unterschiedlicher Weise mit Gewalt konfrontiert waren – sowohl als Opfer als auch als Täter. Vorgestellt wurden unter anderem die Perspektiven eines straffällig gewordenen Rechtsextremisten, eines Lehrers, der aus Frustration gewalttätig wurde, eines jungen Mannes, der aufgrund seiner Hautfarbe Diskriminierung erlebt hat und dessen Freund Opfer rechtsextremer Gewalt wurde, einer Schülerin mit Mitschuld an einem Mobbingfall mit tödlichem Ausgang sowie einer Frau, die Zeugin einer Vergewaltigung wurde. Die Inhalte waren schwer und teils erschütternd – starker Tobak, der das Publikum sichtbar bewegte.
Gerade diese unmittelbare und persönliche Form der Berichte verlieh der Veranstaltung ihre besondere Wirkung. Viele Schülerinnen und Schüler verfolgten die Berichte aufmerksam und sichtlich betroffen.
Im Anschluss an die Berichte hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einen der Betroffenen auszuwählen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. In diesen persönlichen Dialogen konnten Fragen gestellt, Eindrücke geteilt und Gedanken vertieft werden. Dieser direkte Austausch erwies sich als besonders wertvoll und trug maßgeblich zur intensiven Auseinandersetzung mit den behandelten Themen bei.
Die Resonanz fiel entsprechend deutlich aus. Ahmed Khalid aus der Klasse 2G24 A äußerte, er habe so etwas in seinem Leben noch nie gesehen. Elanur Cinar fand die Veranstaltung ebenfalls sehr gelungen. Sie betonte: „Die Veranstaltung hat mich zum Nachdenken angeregt und verdeutlicht, welche physischen und psychischen Auswirkungen Gewalt auf Betroffene haben kann.“ Außerdem fand sie es wichtig, dass das Berufskolleg Bottrop solche Veranstaltungen ermöglicht,“ da sie nachhaltig das Bewusstsein für einen respektvollen und gewaltfreien Umgang miteinander fördern“.
Auch Ricarda Korzmann, neben Anna Dosoruth-Lück und Conni Wolf eine der drei Initiatorinnen der Veranstaltung am Berufskolleg Bottrop, zeigte sich sehr beeindruckt. Sie hob hervor, wie wirkungsvoll diese besondere Veranstaltungsform junge Menschen erreicht, sie zur Reflexion anregt und einen offenen Austausch über gesellschaftlich relevante Themen ermöglicht.








