Einen tiefen Blick in die persönliche Vergangenheit unternahmen im Rahmen ihres Abschlussprojekts zwei engagierte Auszubildende aus dem Bildungsgang Kaufleute für Büromanagement: Merve Uslu und Miray Ece Gökmen, Azubis im 3. Lehrjahr aus der Klasse BM23A, setzten mit ihrem Endergebnis zudem ein beeindruckendes Zeichen für Vielfalt und gegen Vorurteile. Grund dafür ist die Erstellung ihrer fundierten und zugleich zutiefst persönlichen Broschüre über die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland.

BMBroschuere1BMBroschuere2„Dieses Projekt ist nicht nur Teil unserer Ausbildung, es ist ein Stück unserer eigenen Identität“, erklären die beiden Projektführerinnen stolz. Inspiriert durch die bewegenden Erzählungen ihrer eigenen Großeltern – von deren Mut, ihrer Hoffnung und der harten Arbeit beim Neuanfang in der Fremde – entstand ein Werk, das Geschichte lebendig und erlebbar macht. Denn die Broschüre wirft einen ganz unpolitischen, detaillierten Blick auf die historischen Meilensteine des Gastarbeiterdaseins, beginnend mit den ersten Anwerbeabkommen ab 1955, über den Anwerbestopp in der Ölkrise 1973 bis hin zur heutigen Generation, die unsere Gesellschaft in Kultur, Wirtschaft und Politik maßgeblich prägt. „Gleichzeitig ist es ein herzlicher Dank an die Generationen vor uns und ein wertvoller Beitrag zu einem offenen, respektvollen Miteinander“, ergänzt Lehrerin Sandra Köster, die die Projektarbeit begleitete.

Inhaltlich erwarten die Leserschaft neben historischen Daten vor allem emotionale Einblicke, bspw. durch persönliche Interviews mit den Großeltern von Miray Ece Gökmen, die in den 1960er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen. Gleichzeitig räumt die Arbeit fundiert mit gängigen Mythen auf und lädt dazu ein, Vorurteile aktiv zu hinterfragen. Migration wird hierbei nicht als Schwächung, sondern als absolute Bereicherung für unser alltägliches Stadtbild und Zusammenleben sichtbar gemacht. Unterstützt wurde das Projekt zudem von Magdalena Wortmann vom Kommunalen Integrationszentrum Bottrop. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt wurde es 1.500-mal gedruckt und allen Bottroper Schulen zur Verfügung gestellt. „ Wir hoffen, dass sich viele Schülerinnen und Schüler mit unserer Arbeit beschäftigen und ihre eigene Herkunftsgeschichte bewusster annehmen“, so Uslu und Gökmen abschließend.

Die Broschüre kann unter folgendem Link herunterladen werden: Download

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