Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Einzelhandel zunehmend an Bedeutung. Kundinnen und Kunden achten immer stärker auf umweltfreundliche Produkte und verantwortungsbewusstes Handeln von Unternehmen, was eine gelebte, transpatente und umfassende Nachhaltigkeitspolitik zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor macht. Aus diesem Grund wurde das Fach „Nachhaltigkeit“ frühzeitig in den Fächerkanon des Bildungsgangs „Einzelhandel“ aufgenommen. Bildungsgangleiter Klaus Lohmann betont die Zielsetzung dahinter: „Wir wollen die Schülerinnen und Schüler auf die steigenden Anforderungen der Berufspraxis vorbereiten und ihnen sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Handlungskompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften vermitteln.“
Um genau jene Praxisnähe zu schaffen, haben die Oberstufenklassen im Bildungsgang ein eigenes Praxisprojekt umgesetzt: „Upmöbling“. „Normalerweise spricht man von Upcycling, wenn man Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Materialien in neue, höherwertige Produkte umwandelt. Da die Klassen EH 23 A und EH 23 B dies mit Schränken in den Fachräumen C202 und C204 gemacht haben, entstand der Begriff Upmöbling“, erläutert Nachhaltigkeitslehrerin Sandra Tavilla augenzwinkernd.
Im Mittelpunkt des Projekts stand das Anstreichen vorhandener Schränke im Sinne des Upcyclings mit neuer Farbe. „Wir haben bewusst sanfte Farben gewählt, die sich in das Gesamtkonzept der Raumumgestaltung harmonisch einfügen“, so Tavilla, die ebenfalls darauf verweist, dass Schülerin Deborah von Gruchalla die Gestaltung federführend übernahm. Die Begrünung der Klassenräume mit Zimmerpflanzen wurde vor allem durch Spenden aus dem Kollegium möglich. Besonderer Clou: Für die nachhaltige Bewässerung der Pflanzen fertigte Technik-Lehrer Kai Fota mithilfe eines 3D-Druckers Bewässerungsaufsätze für PET-Flaschen an. Für das Bewässerungssystem beschäftigte sich die Schülerin Zara Yildirim gemeinsam mit ihrer Gruppe intensiv mit dem 3D-Druck, um die schuleigenen 3D-Drucker zu nutzen. Dabei entwickelte die Gruppe ein eigenes Bewässerungssystem, das anschließend erfolgreich ausgedruckt wurde.
„Hier und da musste das 3D-Druck-Modell noch nachgebessert werden“, erklärte Experte Kai Fota, der die Gruppe aus dem Technikbereich des BKB-Drucks während des Projekts begleitet hat. Klaus Lohmann und Sandra Tavilla freuten sich besonders über die fächerübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit, die das projektorientierte Arbeiten ermöglicht. „Man lernt dabei noch einmal ganz neue Seiten der Auszubildenden kennen, wenn plötzlich bislang unentdeckte Stärken zum Vorschein kommen“, betonen sie.
Ein weiterer Bestandteil des Projekts war der Aufbau gespendeter Warenträger von REWE Gödecke durch die Schülerinnen und Schüler. Diese werden künftig mit Übungswaren bestückt und im Unterricht eingesetzt – beispielsweise zur Regalplatzierung oder zur Preisauszeichnung. „So stellen wir sicher, dass wir Verkaufsgespräche praxisnah simulieren können“, betont Lohmann den Mehrwert dieser tollen Spende. Das BKB bedankt sich bei REWE Gödecke für die tolle Unterstützung!













