BKB-Gymnasiasten absolvieren Praktikumsersatz-Workshop

Normalerweise schnuppern die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 vor und in den Osterferien erste Berufsluft, denn sie absolvieren dann ihr vierwöchiges Praktikum im In- oder Ausland. Pandemiebedingt musste dieses traditionelle Element der GOSt am Berufskolleg der Stadt Bottrop entfallen. Auch für den neu angedachten Praktikumszeitraum vor den Sommerferien gestaltete sich die Suche der Klassen 1I19A, 1W19A und 1G19A/B nach verfügbaren Praktikumsplätzen als schwierig, sodass sich das Team des Beruflichen Gymnasiums kurzerhand zusammensetzte, um einen Ersatz zu planen. „Ganz ohne Hineinschnuppern in Berufsfelder, Ausbildungsmessen oder alternative Angebote wollten wir unsere Klassen nicht in die Jahrgangsstufe 13 schicken“, so Astrid Hildenbrand, die in Nicht-Corona-Jahren die Koordination der Praktika in ihren Händen hält und nun die Organisation koordinierte.

Das Ergebnis der mehrwöchigen Planungen ist ein vierzehntägiges Kompaktprogramm, das die Schülerinnen und Schüler durch mehrere Pflicht- und Wahlmodule führt. „Ziel des Workshops ist es, so viel wie möglich auf die Berufs- und Studienentscheidung vorzubereiten, dabei auch aber gewisse Basics zu vermitteln“, erklärt Stefan Weyers, Bildungsgangleiter im Beruflichen Gymnasium Wirtschaft und Verwaltung. Zu den „Basics“ gehören beispielsweise das korrekte Verfassen von Bewerbungsanschreiben oder Lebensläufen genauso wie die Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens, wie das richtige Zitieren oder die Grundregeln beim Anlegen von Literaturverzeichnissen.

Ein weiteres Kernelement der Intensivtage ist zudem das Erkunden verschiedener Berufsfelder und einzelner Berufe aus den jeweiligen Fachrichtungen. „Dafür haben wir unter anderem ehemalige Abiturienten des BKB eingeladen, die aus erster Hand aus ihrem Studium oder ihrer Ausbildung berichten können“, erzählt der Bildungsgangleiter des BG Informatik, Martin Henke. Begeistert von dieser Idee zeigten sich nicht nur die Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 12. „Es macht Spaß ans BKB zurückzukehren, vor allem, weil man diesmal selbst ein bisschen Lehrer sein durfte“, meint beispielweise Ricardo Gohres, der nach seinem Abitur im vergangenen Jahr Einblicke in sein Lehramtsstudium gab. Neben den konkreten Erfahrungen einzelner Berufe gab es noch vieles mehr, wie beispielweise Informationsveranstaltungen des Bistums Essen über das Absolvieren eines „Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)“ oder aber eine Einführung in die Vergabe von Stipendien im Rahmen des Talentscouting. „Vielen ist gar nicht bewusst, dass man für ein Stipendien nicht nur gute Noten braucht, sondern bspw. auch ehrenamtliches Engagement“, erläutert Nina Pöppelmann, Bildungsgangleiterin des BG Gesundheit, die zusammen mit ihrer Kollegin Tina Krämer für die Stipendienberatung am BKB zuständig ist und mit ihr zudem die Besuche virtueller Ausbildungsmessen für die Teilnehmer organisierte.

Neben den Modulen, die von den Lehrerinnen und Lehrern des BKB durchgeführt oder begleitet werden, kommen bzw. kamen aber auch wieder starke Partner des BKB in die Klassen. So führt die Sparkasse Bottrop Module zum Verfassen von Bewerbungen sowie zu Vorstellungsgesprächen, um so die Klassen möglichst realitätsnah vorzubereiten. Auch die Verbraucherzentrale sowie die Agentur für Arbeit sind zu Gast, um bspw. über Finanzierungsfragen während Studium und Ausbildung zu beraten. „Wir sehr froh, kompetente Partner für unseren Workshop gewonnen zu haben. Sie bieten unseren Schülerinnen und Schülern oftmals eine andere Perspektive, abseits des Lehrerblicks“, betont Hildenbrand. Neben allem Input steht für die Klassen aber auch Arbeit zu Hause an: „Auch im Rahmen unseres Ersatzprogramms wird ein Praktikumsbericht geschrieben. Dies fördert die tiefere Auseinandersetzung des Gehörten und individuell Erarbeiteten“, so Hildenbrand.

Abgerundet wird das Gesamtprogramm durch zahlreiche Online-Angebote, wie bspw. Karriere-Events einzelner Unternehmen oder Informationsveranstaltungen der Polizei, des Zolls oder namhafter Universitäten der näheren Umgebung. Oberstufenkoordinator Moritz Michalowsky zieht bereits vor dem Ende des Workshops ein zufriedenes Fazit: „Alle Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen im Gepäck, die insbesondere die Besuche unserer Ehemaligen und Partner sehr lebendig werden ließen. Wir sind überzeugt, ihnen bei ihrer Berufs- bzw. Studienentscheidung sehr geholfen zu haben!“

zurück zu den aktuellen Nachrichten