Fortbildung am BKB: „Sprache als Werkzeug zur Förderung der Fachkompetenz nutzen“

„Ich weiß gerade nicht, wie ich es aufschreiben soll!“ oder „Ich verstehe den ganzen Text nicht!“ oder auch „Der Text ist viel zu lang.“ Das haben wir alle – Lehrende wie Lernende – schon im Unterricht gehört oder gesagt. Solche Verständnisprobleme sind für beide Seiten demotivierend, sorgen für Frustration oder rücken bisweilen das Erreichen eines erfolgreichen Schulabschlusses in weite Ferne. Die Ursachen für diese Problematik sind vielfältig. Grund genug also, aktiv nach pragmatischen Lösungsansätzen zu suchen, weshalb die BKB-Lehrerinnen Melanie Hüßhoff und Pia Kreyerhoff zu diesem Zweck ihre BKB-Kolleginnen und -Kollegen zu einer Fortbildung zum sprachsensiblen Unterricht einluden.

Zum Einstieg in die Fortbildung schärfte ein kleiner Perspektivwechsel das Bewusstsein für die Thematik: Die Teilnehmer versuchten, ihren Kollegen mithilfe eines kleinen Experiments in ihrer schlechtesten Fremdsprache zu erklären, warum eine Kerze ohne Sauerstoff erlischt. Die Folge: Allgemeine Unsicherheit und fehlende Sprachfertigkeiten, gepaart mit Unruhe. „Wir konnten so wunderbar zeigen, wie sich unsere SchülerInnen und Schüler manchmal fühlen und dass Sprache ein Werkzeug ist, um Fachkompetenz und Bildungsziele zu erreichen“, erklärt Hüßhoff. Innerhalb der Fortbildung verdeutlichten die beiden Referentinnen den Teilnehmern die Ursache für diverse Sprachprobleme. Sie veranschaulichten, welche konkreten Problematiken auftreten und zeigten mithilfe vielfältiger Methoden konkrete Lösungsansätze. Dadurch wurde der Kern des sprachsensiblen Fachunterrichts deutlich: Er zeigt sehr praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten, wie Lehrende im Unterricht Hilfestellungen zur Überwindung von sprachlichen Verständnishürden geben können, ohne dabei auf Fachlichkeit zu verzichten.

Im weiteren Verlauf der Fortbildung wurden fächerübergreifend „altgediente“ Arbeitsblätter sprachsensibel unter die Lupe genommen und überarbeitet. Denn: „Unsere Bildungssprache unterscheidet sich in vielen Ausprägungen sehr stark von der Alltagssprache der Lernenden. Das zeigt sich dann auch im Verstehen von Aufgabenstellungen auf unseren Arbeitsblättern, die ebenfalls bisweilen nicht entschlüsselt werden können.“, so Kreyerhoff. Daher sei es u. a. notwendig, die Arbeitsanweisungen aufzubrechen, um Stück für Stück die Bildungssprache und damit auch das Fachwissen zu fördern. Lehrerkollege Matthias Siebert zeigte sich sehr angetan von den Inhalten der Fortbildung: „Wir haben gerade gemerkt, dass in allen Fächern sprachsensibel gearbeitet werden kann! Auch in meinen BWL-Unterrichtsmaterialien gibt es durchaus Möglichkeiten, sprachsensible Methoden häufiger einzubauen bzw. altes Material anzupassen. Das ist mit Sicherheit eine zusätzliche zeitliche Herausforderung an uns, ich bin aber überzeugt, dass es sich in allen Fächern aller Bildungsgänge lohnen würde!