In einem sehr festlichen Rahmen bekam das Berufskolleg der Stadt Bottrop offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen, eine freiwillige Selbstverpflichtung der Schulgemeinschaft, die deutlich macht, wie sehr sich das BKB bereits gegen Diskriminierung und Ausgrenzung eingesetzt hat und wie sehr es bestrebt ist, in Zukunft noch intensiver für gemeinsames, freies und tolerantes Lernen, Arbeiten und Leben einzustehen. Über 250 Schülerinnen und Schüler versammelten sich im ehrwürdigen Lichthof, der, geschmückt mit zahlreichen selbst gestalteten Anti-Rassismus-Bannern der verschiedenen Klassen, einen eindrucksvollen Rahmen für die Veranstaltung bot.

Oberbürgermeister Bernd Tischler zeigte sich ebenfalls beeindruckt und betonte in seiner Festrede die gegenwärtige Bedeutung der Zertifizierung aber auch der Notwendigkeit gegen Rassismus vorzugehen: „Populisten gebrauchen aktuell die Grundwerte unserer Demokratie, um diese auszuhöhlen und abzuschaffen, etwa durch Spaltung, Ausgrenzung, das Schüren von Hass und Abneigung. Was wir brauchen, sind Zuneigung und Verständnis untereinander, und zwar egal, woher jemand kommt oder wie jemand aussieht.“ Tischler zog auch ein Zitat des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela heran: „Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil, der Hass.“

Derart nachdenklich machende Worte hallten beim Publikum nach, genauso wie ein kurzer Filmausschnitt über den Brandanschlag von Solingen im Jahr 1993, den der ehemalige BKB-Schüler und Gründer von Salon5, Hüdaverdi Güngör, zeigte, um ein mahnendes Beispiel zu geben, wozu Rassismus führen kann, wenn man sich ihm nicht entgegenstellt. Im Anschluss zeigte sich Güngör, im Moment Mitarbeiter bei funk, der Onlineplattform von ARD und ZDF, sehr stolz darüber, Pate des Berufskollegs der Stadt Bottrop im Rahmen der bundesweiten Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein: „Gerade aufgrund meiner persönlichen Verbindung mit dem BKB bin ich stolz, dass wir alle den notwendigen Kampf gegen Rassismus jeglicher Art und Ausgestaltung führen, denn wir können und wollen nicht zulassen, dass Ausgrenzung und Diskriminierung unsere Heimat, unser Land weniger lebenswert machen.“

Gekonnt und charmant führten die beiden Wirtschaftsgymnasiastinnen Sophie Binia und Anna Jansen (1W21A) durch die Veranstaltung, die außerdem die Vorführung der von Schulklassen des BKB produzierten Anti-Rassismus-Videos beinhaltete. Sandra Köster, Lehrerin am BKB und Mitglied der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am BKB zeigte sich vor allem vom enormen Engagement der Schülerschaft begeistert: „Die pointierten Botschaften, die kreativen Erarbeitungen, aber auch das gezeigte Verständnis der Schülerinnen und Schüler, wie wichtig der Kampf gegen Ausgrenzung, Rassismus und Co. ist, sind absolut beeindruckend. Es ist schön zu sehen, wie gerade die junge Generation so intensiv an einem friedlichen Zusammenleben arbeitet.“ Köster betont zudem, dass die Initiative für die Selbstverpflichtung von Schülerinnen und Schülern kam: „Aus Projekten der kaufmännischen Assistenten und der Auszubildenden im Büromanagement ist im Unterricht die Idee dazu entstanden. Wir fanden das toll und haben diesen Weg gerne mit begleitet.“ Durch eines dieser Projekte, dem Verkauf selbstdesignter „Respect“-Hoodies konnte dann auch eine Spende von 500,000 Euro generiert werden, die während der Veranstaltung an die Integrationsagentur Bottrop übergeben werden konnte.

Nach der Enthüllung des offiziellen Schildes mitten auf dem Schulhof, durchgeführt durch Magdalena Kießlich, Regionalkoordinatorin des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, stand zum Ausklang ein gemeinsames internationales Picknick an. Alle beteiligten Klassen hatten im Vorfeld gebacken, gekocht, gebraten, um Spezialitäten diverser Länder beizusteuern. „Gerade das gemeinsame multikulturelle Miteinander und das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen, Denk- und Handlungsweisen zeichnen unsere Gesellschaft, aber auch unsere Schule aus. Für gemeinsames Lernen in einer global vernetzten Welt – dafür wollen wir als BKB stehen“, resümierte Schulleiter Guido Tewes am Ende des gelungenen Vormittags, betonte aber auch: „Den eingeschlagenen Weg weiterzugehen wird die Herausforderung sein, der wir uns als gesamte Schule stellen wollen. Wir werden die Courage haben, uns mit zahlreichen Projekten, Gedanken und Ideen gegen Rassismus zu stellen!“ Ein Appell, den das sehr engagierte Team „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, bestehend aus Sandra Köster, Petra Lamers, Robin Lechtenberg, Lisa Leuker, Klaus Lohmann, Mario Papierok, Steffen Vinnemeier und Udo Wegmann, sicherlich mit Freude umsetzen wird.